DEN HAAG
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Spanien als Operationsbasis: Neun Mitglieder eines kriminellen Netzwerks in Frankreich und Spanien verhaftet

Neun Mitglieder eines kriminellen Netzes (fünf in Spanien und vier in Frankreich) wurden in einer gemeinsamen Polizeioperation verhaftet, die von spanischen und französischen Behörden durchgeführt wurde.

Die Ermittlungen ergaben, dass mehr als 500 Migranten per Flugzeug von Palästina über Spanien und Frankreich nach Nordeuropa geschmuggelt wurden. Das Netzwerk folgte einer sehr gut organisierten Vorgehensweise, indem bestimmte Routen genutzt wurden, unter anderem über Länder des Mittleren Ostens, Ostafrika und Südamerika, um Spanien zu erreichen. Die illegal Einreisenden wurden im Raum Madrid während der Zeit untergebracht, die für die Organisation der Fortsetzung ihrer Reise und die illegale Grenzübertritte nach Frankreich und weiter mit dem Auto erforderlich war.

Den Migranten wurden zwischen 5.000 und 8.000 Euro für die Reise abverlangt, was dazu führte, dass die Schmuggler etwa neun Millionen Euro Gewinn erzielten.

Europol unterstützte diese Untersuchung durch die Bereitstellung von operativen Analysen und die Entsendung von Beamten nach Frankreich und Spanien während der Aktionstage, um den Echtzeit-Informationsaustausch und die Gegenkontrolle der gesammelten Daten zu erleichtern. Die Aktion wurde im Rahmen des „Joint Operational Team (JOT) DUNQETT“ im Rahmen der Priorität EU EMPACT durchgeführt, wie die Behörde mitteilt. Ziel von „JOT Dunqett“ ist es, organisierte kriminelle Gruppen zu identifizieren, zu bekämpfen und abzubauen, die an Sekundärbewegungen von Migranten beteiligt sind, die über die westliche Mittelmeerroute nach Europa einreisen.

Ende Oktober gab die Internationale Organisation der Vereinten Nationen für Migration (IOM) bekannt, dass die Route im Bereich des westlichen Mittelmeerraums nach Spanien im Lauf des Jahres 2018 der beliebteste Weg für Migranten nach geworden ist.

Im März diesen Jahres führte eine separate von Europol unterstützte Operation, an der spanische Polizisten beteiligt waren, zur Verhaftung von sieben mutmaßlichen Mitgliedern eines irakischen Schleusernetzwerkes, das für die illegale Einreise von albanischen Staatsbürgern und Flüchtlingen aus Afghanistan, dem Irak, Pakistan und Syrien nach Großbritannien verantwortlich gemacht wird (das „Journal“ berichtete).

In einer Stellungnahme hob die europäische Strafverfolgungsbehörde hervor, dass die Bande aus den nördlichen Häfen Santander und Santurtzi heraus operierte und so die Menschen auf das Hoheitsgebiet des Vereinigten Königreichs brachten.