LUXEMBURG
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Operation „Hegira“: Sieben Festnahmen in Spanien

Europol hat die spanische Guardia Civil beim Ausheben einer kriminellen Gruppe unterstützt, von der man annimmt, dass sie Migranten - hauptsächlich albanische Bürger sowie Flüchtlingen aus Afghanistan, Irak, Pakistan und Syrien - von Spanien nach Großbritannien geschmuggelt hat.

Migranten in Container und Wohnwagen

Die Bande benutzte regelmäßig Fähren von den nordspanischen Häfen Santander und Santurtzi, um ihre kriminellen Aktivitäten auszuführen. Ihre Vorgehensweise bestand darin, die Migranten durch Sperrgebiete in den Häfen zu schmuggeln und sie in Anhängern, Containern, Wohnwagen und Lastkraftwagen zu verstecken, die darauf warteten, auf die Fähren zu fahren. Die Bande half auch, die Migranten aus anderen Ländern in die spanischen Städte in Kantabrien und an der Biskaya zu transportieren und sie dort vorübergehend unterzubringen. Die Ermittlung begann, als die spanischen Behörden feststellten, dass eine wachsende Zahl von albanischen Bürgern abgefangen worden war, als sie versuchten, den Hafen von Santurtzi zu erreichen. Weitere Ermittlungen ergaben, dass in Kantabrien und Biskaya eine organisierte kriminelle Gruppe operierte.

Hausdurchsuchungen führten zu Verhaftungen

Am 19. März wurden in Spanien sieben Mitglieder des Netzwerks festgenommen - irakische, albanische und spanische Staatsangehörige. Die spanische Guardia Civil durchsuchte drei Häuser in Bilbao, Portugalete und Santander, von denen zwei als „sichere Häuser“ genutzt wurden, in denen die Behörden zahlreiche IT- und Mobilgeräte, Bankkarten und Ausweisdokumente sowie Pässe aus verschiedenen Ländern beschlagnahmten. Die Untersuchung erfolgte in Zusammenarbeit mit der belgischen Polizei, die bei den Hausdurchsuchungen in Spanien half.

Bekämpfung der illegalen Einreise

Das Europäische Zentrum zur Bekämpfung des Migrantenschmuggel, eine Abteilung von Europol (EMSC) unterstützte die Untersuchung, indem es analytische und operative Unterstützung bot und ein erstes operatives Treffen in seinem Hauptsitz in Den Haag durchführte. Während des Zugriffs stellte Europol Unterstützung vor Ort bereit, indem ein Analyst nach Bilbao entsandt wurde, der mit einem mobilen Büro ausgestattet war. Dies ermöglichte ein Abgleich in Echtzeit mit der Europol-Datenbanken sowie Datensicherung aus den beschlagnahmten Geräten für weitere Analysen. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen. Die Operation „Hegira“ wurde im Rahmen des gemeinsamen operationellen Teams (JOT) „Dunqett“ durchgeführt. Ziel ist es, organisierte kriminelle Gruppen zu identifizieren, zu bekämpfen und aufzulösen, die an Bewegungen von Migranten beteiligt sind, die über die westliche Mittelmeerroute nach Europa einreisen.