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Europol: Zwischen 7.000 und 8.000 Euro bezahlt für die Einreise in die EU

Die britische Polizei von Gibraltar und die spanische Nationalpolizei haben mit Unterstützung von Europol eine organisierte kriminelle Gruppe, die Migranten aus Marokko nach Europa schmuggelt, zerschlagen.

Die Operation führte zu 47 Verhaftungen, Hausdurchsuchungen in Gibraltar und Spanien und zur Beschlagnahme von 19.000 Euro in bar, zwölf Smartphones, fünf Autos und verschiedenen Dokumenten, ferner sechs Mobiltelefonen, vier Medienspeichergeräten und sechs SIM-Karten.

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Die Bande, die in Marokko, Gibraltar und Spanien aktiv war, „erleichterte das Visumantragsverfahren des Vereinigten Königreichs in der britischen Botschaft in Rabat“, wie Europol offiziell mitteilte. Jeder Migrant zahlte zwischen 7.000 und 8.000 Euro an die Vermittler. Die Organisation hätte aus diesen illegalen Aktivitäten rund eine Million Euro gewonnen, schreiben die Ermittler weiter. Die Fahrer, Taxifahrer und das Personal für die Verwaltung - ebenfalls Teil der Organisation - verlangten von den Migranten zusätzlich zu den 500 bis 700 Euro, die sie für sekundäre Bewegungen innerhalb der EU zahlten.

Nachdem die Visa erteilt worden waren, kamen die Migranten mit dem Flugzeug oder der Fähre aus Marokko in Gibraltar an. In Gibraltar wurden sie von Bandenmitgliedern aufgegriffen und nach Spanien gefahren, versteckt in Geländefahrzeugen mit getönten Scheiben. In Spanien erhielten die Migranten eine vorübergehende Unterkunft oder Busfahrkarten, um in einen anderen Teil Spaniens zu reisen oder um in andere EU-Mitgliedstaaten zu gelangen.

Europol unterstützte die Ermittlungen mit nachrichtendienstlichen Analysen und erleichterte den Informationsaustausch. In Gibraltar und Spanien hat Europol ein mobiles Büro eingerichtet, um operative Informationen mit den Datenbanken von Europol abzugleichen.

Gute Zusammenarbeit

Außerdem wurden am Sitz von Europol kriminaltechnische Entnahmen von Geräten durchgeführt und die Ergebnisse von Experten des Europäischen Zentrums für die Bekämpfung der Schleuserkriminalität analysiert.