CLAUDE KARGER

Da hatte unser Chefdiplomat beim „Madame Will“-Talk Mittwoch-Night doch fast die Contenance verloren angesichts der Rechtfertigungen des ungarischen Ministers für alle Fälle in der Flüchtlingskrise. „Mimik: Das Gesicht von Jean Asselborn sprach immer wieder Bände, wenn der Kollege aus Budapest das Wort hatte“, beschrieb der „Spiegel“ die Finster-Dreinblickerei Asselborns, den der gelernte Pfarrer Zoltan Balog mit Bemerkungen über die EU-Flüchtlingspolitik während der Balkan-Kriege definitiv auf die Palme trieb. „Sie sind ein ganz schlimmer Verdreher“, zürnte Asselborn. Ein Wutausbrüchelchen, den der „Spiegel“ flugs zum „prägnantesten“ Satz des Abends kürte. Für einen Moment verfinsterte sich gestern auch des Papstes Miene als unser Premier bei ihm zum Kaffee mit Ex-Generalvikar Gillens Ratgeber „Wie ein Papst Kurien-Krankheiten heilen kann“, auftauchte und auch noch schelmisch grinste. Ein Glück, dass nach kurzem Durchblättern des Werkes auch der Pontifex amüsiert lächelte. Gar nicht zum Grinsen zumute war indes EU-Kurienboss JCJ, der im Europaparlament auf dem LuxLeaks-Grill schmorte, ein Ding, das er am liebsten in „EULeaks“ umtaufen möchte, ansonsten das „Phänomen verharmlost“ werde. Böse Zungen behaupten, da würde einer ganz schlimm was verdrehen statt zu entwirren...