CLAUDE KARGER

Die Erleichterung, dass die Regierung nun endlich steht und nicht mehr dauernd der Heilige Spekulatius angerufen werden muss, um Inspiration für Beiträge über Köpfe und Inhalte zu bekommen, ist im heimischen Blätterwald durchaus spürbar. „Nikolaus hat eine neue Regierung gebracht“, jubilierte etwa das „Tageblatt“, während das „Wort“ leicht verzückt über das „Bäumchen wechsle dich“-Schlüsselerlebnis in einzelnen Ministerien berichtete, freut man sich im „Land“ schon auf „Saison 2“ von Bettel/Schneider/Braz, der man allerdings mit gebremsten Enthusiasmus entgegen sieht, ehe sie überhaupt mal angefangen hat: „Entre „Hurra, wir leben noch“ et „Petits meurtres entre amis“, la reconduction de la majorité DP/LSAP/Verts à 31 députés et 17 ministres semble avoir perdu en enthousiasme réformateur“. Dabei sprühen die Minister doch vor Tatendrang. Wie die frisch gebackene Innenministerin etwa. In der Kanalstrasse der Minettemetropole sieht man diese Beförderung allerdings mit einer Träne im Knopfloch: „Sie ist weg“, schluchzte gestern der Leitartikler, „die Escher LSAP verliert ihre Hoffnungsträgerin“ und deren Albtraum könnte wahr werden, dass die CSV noch 20 weitere Jahre in der Minettemetropole regieren könnte. Weshalb gerieten die Genossen dort noch mal unter die Räder bei den letzten Kommunalwahlen?