LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Mit dem 31. Dezember geht in Luxemburg die Zeit der kostenlosen Plastiktüten zu Ende

Das Problembewusstsein wächst - zum Glück. Zwar dürften es keine luxemburgischen Plastiktüten sein, die von Schildkröten im indischen Ozean gefressen werden, weil diese sie mit Quallen verwechseln.

Glücklicherweise neigt sich das Zeitalter der praktischen, aber leider auch nahezu unzerstörbaren Plastiktüten dem Ende zu. Gerade in der „Unzerstörbarkeit“ von Plastiktüten und Konsorten liegt das Problem.

Keine kostenlose Abgabe

Zum 31. Dezember setzt Luxemburg ein Zeichen. Mit der Jahreswende zu 2019 ist Schluss mit der Schwemme von Einwegtüten aus Plastik, sie dürfen nicht mehr kostenlos an die Kunden abgegeben werden. Dies gilt für die Tüten, die dicker als 15 Mikrometer (sprich: Mü) sind. Zum besseren Verständnis: 15 „Mü“ entsprechen 15/1000 eines Millimeters. Die noch dünneren und damit sehr leichten Tüten, die maßgeblich einer primären, hygienisch bedingten Verpackung dienen, sind weiterhin zulässig.

Kampf gegen Einwegplastik

Mit dieser Vorschrift möchte die Regierung einen weiteren Beitrag zur Reduktion von Einweg-Plastik leisten. Es geht darum das - meistens schon vorhandene - Problembewusstsein bei den Konsumenten zu steigern. Im Laufe der gerade begonnen Legislaturperiode sollen weitere Schritte in diese Richtung folgen. Bei Nichtbefolgung der Vorschrift erlaubt es das Gesetz, den Verantwortlichen eines Betriebs eine Geldbuße aufzuerlegen.

Taschen oder Körbe mitnehmen!

Die Verbraucher können selbst zur Vermeidung von Plastiktüten und damit von Plastikmüll beitragen, in dem sie bei ihrem Einkauf darauf achten, wiederverwendbare Plastiktaschen, Einkaufsbeutel oder Körbe bei sich zu haben. Ausnahmen für den Gebrauch von Einwegtüten betreffen Papiertragetaschen, die aber unbedingt aus recyceltem Papier bestehen müssen - andernfalls ist ihr ökologischer Fußabdruck zu groß.

Weitere Auskünfte erteilt die Umweltverwaltung unter: 40 5 6 56-1.