Mädchen werden Krankenschwester und Jungs Bauarbeiter. Solche Klischees sollten der Vergangenheit angehören, tun sie aber nicht immer. Damit das aber irgendwann Realität wird, findet seit 2005 auch in Luxemburg der „Girls’Day - Boys’Day“ statt. Für einen Tag können sich Jungen und Mädchen einen atypische Beruf für den sie sich interessieren anschauen. Eines der vielen Unternehmen, das bei dieser Initiative mitmacht ist die Mercedes-Benz Luxemburg S.A. die seit 2011 Jugendlichen die Möglichkeit bietet, den Berufsalltag eines Mechatronikers, Mechanikers, Lageristen, Karosseriebauers oder Lackierers aus nächster Nähe zu erleben.
Sicherheit geht vor
Ausgerüstet mit Sicherheitsschuhen, einem blauen Arbeitskittel mit dem ikonischen Stern auf der Brust sowie einem roten Schraubenzieher, steht die fünfzehnjährige Lara Grutzmacher in der Werkstatt. Sie lässt sich gerade die einzelnen Teile des Motors eines Wagens erklären und was man tun muss, wenn der Motor gewartet oder repariert werden muss. Kurz drauf schraubt sei selbst an dem Motor. Nicht mit dem roten Schraubenzieher, sondern mit einer Ratsche.
„Es ist uns sehr wichtig, dass die Mädchen und Jungs, die heute bei uns reinschnuppern, alle Facetten des Jobs kennenlernen“, erklärt Melanie Eberhard, Leiterin der Presseabteilung von Mercedes-Benz Luxemburg. Deshalb wurden die Mädchen und Jungs aufgeteilt. Während Lara an einem Wagen schraubt, sitzt Barbara Porcelli hinter der Kundentheke. Auch sie trägt Sicherheitskleidung und bekommt die Arbeitsabläufe näher gebracht.
Selber mitanpacken
Der Tag hat für Mädchen und Jungs bereits um 8.15 begonnen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde sowie einigen Informationen zu dem, was sie erwarten wird, folgte eine kleine Präsentation, in der das Unternehmen vorgestellt wurde. Anschließend wurden die Jugendlichen nach ihren Erwartungen an den Tag gefragt und auf die verschiedenen Abteilungen verteilt. „Dadurch dass wir nur mit kleinen Gruppen arbeiten, können wir alle optimal betreuen. Es macht einfach mehr Sinn, wenn die Jugendlichen nicht nur da stehen und zuschauen, sondern auch mitanpacken, und das geht am besten in kleinen Gruppen“, erläutert Anne Engel, die gerade selbst ein Praktikum bei Mercedes-Benz macht. Allerdings nicht als Mechanikerin oder Lageristin, sondern in der Abteilung für Aus- und Weiterbildung .
Ordnung muss sein
Im Lager räumt Clara Martins gerade einige Teile, die morgens angekommen sind, in das Regal ein. Bevor
die Teile aber auf ihrem vorgesehenen Platz kommen, müssen diese erst anhand ihrer Nummer kontrolliert werden. Sind es die richtigen Teile? Stimmt die Menge? Danach werden sie im System registriert und erst dann laden die Teile im Regal.
Nachdem die Jungs und Mädels einige Stunden praktische Erfahrung gesammelt haben, wird erst einmal zu Mittag gegessen. Eine erste Gelegenheit sich mit den anderen über das Erlebte auszutauschen.
Anschließend geht es dann weiter mit Schrauben, Einräumen und vor allem Lernen. Bevor die Jugendlichen aber nach getaner Arbeit wieder nach Hause gehen, gibt es noch eine Feedbackrunde. Wurden die Erwartungen erfüllt und hat der Tag Spaß gemacht? Vielleicht hat einer der Teilnehmer des „Girls’Day - Boys’Day“ Gefallen an einem Jobs gefunden und wird irgendwann als Mechaniker oder Lagerist arbeiten.
Weitere Informationen zum „Girls’Day - Boys’Day“ finden Sie auf www.girls-day.lu




