LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Nachhaltigkeitsminister Bausch streicht wenig sinnvolle Angebote - Erhebliche Einsparungen

Im öffentlichen Transport geht es bestehenden Angeboten an den Kragen: Kaum genutzte Buslinien werden gestrichen, der Invalidenausweis wird unter die Lupe genommen und der Schülertransport überdacht. Durch diese Maßnahmen verspricht sich die Regierung erhebliche Einsparungen. Nachhaltigkeitsminister François Bausch gab gestern die Details.

In den nächsten beiden Jahren wird das RGTR-Busnetz genauestens analysiert. „Es gibt zu viele Busse, die fast leer oder sehr schwach besetzt ihre jeweiligen Linien abfahren“, bemerkte Bausch. Dort, wo das Angebot wenig Sinne mache, werde entsprechend gehandelt. Dadurch sollen jährlich 1,2 Millionen Euro eingespart werden. Diese werden wiederum in Buslinien investiert, wo größerer Bedarf besteht.

Schülertransport und Invalidenausweis werden analysiert

Auch der Schülertransport soll intelligenter organisiert werden. Gewährleistet sein soll weiterhin, dass der Schüler auf direktem Weg mit dem Bus von seinem Heimatort zum nächstgelegenen Lyzeum gelangt. Andere Linien sollen dagegen ebenfalls gestrichen werden, weil sie oft nur vereinzelt genutzt werden. Eine Million Euro werde dadurch pro Jahr eingespart. Schüler, die sich für ein weiter entferntes Lyzeum entscheiden, müssten auf den normalen öffentlichen Transport zurückgreifen. Eine weitere Sparmaßnahme wird in diesem Bereich anvisiert. „Weil die Schulferien nicht in allen Gebäuden am gleichen Tag beginnen, müssen wir an manchen Tagen Spezialtransporte für einige wenige Schüler organisieren. Das kostet pro Jahr zusätzlich 450.000 Euro. Wir müssen nach einer Lösung suchen“, meinte Bausch.

Der Invalidenausweis, mit dem Bus und Zug kostenlos genutzt werden können, stelle ein weiteres kostenintensives Problem dar. „80.000 solcher Karten sind momentan vergeben, wobei es sich aber nicht bei allen Inhabern um Schwerstbehinderte handelt. Wir werden überprüfen, nach welchen Kriterien die Ausweise ausgestellt werden, und analysieren, ob es gerechtfertigt ist, dass jeder Inhaber den öffentlichen Transport gratis nutzt“, sagte der Minister.

320.000 Euro werden ab 2015 in den Kampf gegen das Schwarzfahren investiert. „In den RGTR-Bussen wird kaum kontrolliert, was manchen zum Schwarzfahren verleitet. Wir gehen von 15 bis 17 Prozent der Passagiere aus“, meinte Bausch. Ein Dutzend Kontrolleure werde deshalb eingestellt. Des Weiteren werden Gemeinden insbesondere in den Ballungsräumen in die Verantwortung gezogen, um ihren Teil zur Finanzierung des öffentlichen Transports beizutragen. Die Südgemeinden würden dies schließlich auch tun. Diese ungerechte Situation werde man aus der Welt schaffen.

Neu organisiert wird daneben das „CAPABS“- sowie das „NOVABUS“-Angebot für Personen mit spezifischen Bedürfnissen. Der Kostenpunkt beläuft sich momentan auf 30 Millionen Euro pro Jahr. „Die Leistung bleibt bestehen, allerdings war sie bisher zu teuer. Wir haben deshalb eine Ausschreibung gemacht. Sicher ist, dass wir künftig zehn bis 15 Prozent sparen werden, mehr lässt sich momentan noch nicht sagen“, ließ Bausch wissen.