CLAUDE KARGER

Dass das nagende Unbehagen auch schleichend an der Lustigkeit der „Opgepikt“-Redaktion knabbert, dürfte unsere werten Leser, denen wir von dieser Warte aus unisono mit dem „Wort“-Leitartikler ein „Bleiben Sie gesund“ wünschen, nicht verwundern. Aber selbst wenn die Motivation in den Keller purzelt: meist ist dort auch noch ein wenig Licht. Wir knipsen es jedenfalls immer einfach mal an. Das tat gestern auch die sportliche „Corona-Tagebuch“-Schreiberin im „T“, bei der die Luft fürs Lauftraining ziemlich raus ist. Aber verdammt: „Und damit das klar ist: 2021 werde ich meinen schnellsten Halbmarathon laufen“. Jawoll! Bei sowas kommen wir zwar in unserem betagten Alter arg rasch außer Puste, wir werden uns aber auch noch redlicher bemühen, fitter zu werden. Nicht ganz fit in der Birne sind indes jene, „die jetzt noch in Parks oder zuhause feiern. Oder die ihre Kinder in großen Gruppen tollen lassen“, schreibt ein „T“-Kommentator zu Recht, „es gibt kein Verständnis mehr für all die Witzbolde und Wichtigtuer, ob im Netz oder auf den Straßen, die sich über die Weisungen hinwegsetzen“. „Wir stehen vor unserer schwersten Prüfung“, so der Kommentator. In der Tat. Und dieser fiese Virus nimmt auch auf Dauer-Krakeeler Null Rücksicht.