CLAUDE KARGER

Dass Europawahlkampf ist, zeigt sich vor allem an der Zahl der Reportagen internationaler Medien über Schengen, „das bekannteste Dorf der Welt - nach Bethlehem“, wie der ehemalige Bürgermeister Roger Weber diesmal im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ kalauerte. Das Blatt aus München war sichtlich beeindruckt: „Die Europabegeisterung ist dort auch in manchen Vorgärten zu sehen: in Form einer Europafahne neben den Hortensien“. Mehr Begeisterung für den Europawahlkampf wünschten sich gestern jedenfalls eine Reihe von Leitartiklern im heimischen Blätterwald. Das „Tageblatt“ etwa stellt fest: „Die Europäer haben an Europa wenig Interesse. Bei den Luxemburgern stehen die Europawahlen auch nicht an vorderster Stelle“ und werde das europäische Parlament als „Gnadenhof für altgediente Politiker angesehen, die es nicht lassen können“. Während der „Quotidien“ glaubt, eine „course d‘escargots“ zu beobachten, sieht das „Wort“ „ideenlose“ Volksparteien um die Sitze im EP buhlen. Dabei möchte die zumindest die CSV dem Blatt zufolge nun „einen Gang höher schalten“ und weniger als zwei Wochen vor Torschluss den Europawahlkampf so richtig „animieren“. Na, das kann ja noch heiter werden. Besonders, wenn die Bumerangs zurück gesaust kommen.