LUXEMBURG
JAN SÖFJER

Der Olympia-Teilnehmer Matthieu Osch geht nun auf ein Ski-Gymnasium in Österreich

Die meisten Menschen würden ja lieber dem Sommer hinterherreisen, doch Matthieu Osch braucht den Schnee. Der 17-Jährige aus Ettelbrück ist Profi-Skifahrer. Vergangenes Jahr nahm er an den Olympischen Winterspielen in Lillehammer teil.

Als einziger Sportler aus Luxemburg, stand er mit der Landesfahne bei der Eröffnungszeremonie vor 20.000 Zuschauern. Noch immer schwärmt er davon. „Ich habe viele neue Freunde aus Ländern wie Malaysia, Portugal oder Nordafrika gefunden.“ Alles Länder, die wie Luxemburg nicht so wirklich mit Wintersportarten in Verbindung gebracht werden. Aber deswegen ist Matthieu Osch nun auch weg. Seit knapp zwei Wochen wohnt er in Österreich und besucht dort das „Ski-Gymnasium“ in Saalfelden zwischen Salzburg und Innsbruck.

Matthieu Osch möchte noch einmal nach Olympia. Foto: Fabrizio Pizzolante - Lëtzebuerger Journal
Matthieu Osch möchte noch einmal nach Olympia. Foto: Fabrizio Pizzolante

Mehr Rennen als Trainingstage

„Die Idee dazu kam nach Olympia“, sagt Osch. „Ich wollte mich besser entwickeln.“ In Luxemburg ist es alleine mit dem Training schon schwierig. Zwei, drei Ski-Camps pro Jahr konnte Osch meist machen, und dann ab und an mal ein Wochenende in die Skihalle nach Amnéville. Mehr als 80 Ski-Tage im Jahr waren nicht drin. „Ich bin öfter Rennen gefahren, als ich trainiert habe.“

Durch Lillehammer kommt er in intensiveren Kontakt mit dem „Comité Olympique et Sportif Luxembourgeois“ und schließlich mit Wolfgang Stockinger von der österreichischen Organisation „Kada“, welche die Karriere von Hochleistungssportlern während und nach ihrer aktiven Zeit unterstützt. Dieser empfiehlt Osch das Ski-Gymnasium.

Osch am Eingang seiner neuen Schule in Saalfelden, Österreich. Foto: privat - Lëtzebuerger Journal
Osch am Eingang seiner neuen Schule in Saalfelden, Österreich. Foto: privat

Schulfach Skifahren

Osch gefällt es. Von Oktober bis Dezember wird in jeder zweiten Woche vier Tage lang Ski gefahren und zwei Tage normaler Unterricht gemacht. Die andere Woche ist nur Schule. Dezember bis Ostern wird an drei Tagen Ski gefahren, an zwei Tagen ist Unterricht. Von Ostern bis Oktober wird gar nicht gefahren, aber jeden Nachmittag, sechs Tage die Woche, skispezifisch trainiert: Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft. „Wir haben gute Lehrer und Trainer hier“, sagt Osch. Die Mitschüler seien auch sehr nett. Zwei Jahre lang möchte er dort bleiben. Bis zur Matura, wie das Abitur in Österreich heißt.

Bei Olympia erreichte Osch im Riesenslalom den 28. Platz. Als sportliche Höhepunkte in seinem Leben bezeichnet er eigentlich „alle meine internationalen Rennen“. Dabei sein.

Die Leidenschaft für das Skifahren ist eine Familienangelegenheit. Schon sein Großvater war Skifahrer, der Vater nahm wie der Onkel an Weltmeisterschaften teil. Auch sein Bruder fährt, konzentriert sich nun aber auf sein Studium. Matthieu lernte mit drei Jahren das Skifahren.

Nun hat er in Österreich die Chance, sein Können noch einmal deutlich zu verbessern. Er ist noch jung. Sein großes Ziel: Noch einmal bei Olympia mitmachen. Als Erwachsener. 2018 in Südkorea oder 2022 in Peking.