LUXEMBURG
OLIVIER SCHONS

Seit nunmehr 23 Jahren zieht es den Snowboardclub Lëtzebuerg in die Berge

Das Snowboard, ein Brett, das für viele die Welt bedeutet. Seitdem die Sportart aus ihrer US-amerikanischen Heimat nach Europa geschwappt ist, haben auch hierzulande, allen voran viele Jugendliche, ihre zwei Skibretter gegen ein Board eingetauscht.

Snowboardpioniere

Auf Initiative von Alain Wolf gründete eine Hand voll Snowboarder der ersten Stunde am 23. Januar 1992 den Snowboardclub Lëtzebuerg (SCL). Diese, für Luxemburg eher atypische Sportart, fand regen Anklang und so wuchs die Mitgliederzahl rasch auf mehr als 50 an. Der Beitritt zum luxemburgischen Skiverband FLS im Gründungsjahr, zeigt, wie ernst es den Snowboardpionieren mit ihrem Verein war. Dass es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt, belegt nicht zuletzt das große Interesse der Sportler am Verein, das stets erhalten blieb. Immerhin zählt er heute noch stolze 40 Mitglieder zwischen fünfzehn und fünfzig Jahren.

Sport, …

Ganz oben auf der Agenda des „SCL“ steht die alljährliche Organisation der luxemburgischen Meisterschaften. Anfangs noch zusammen mit den Skifahrern, löste man sich vor etwa zehn Jahren von diesen und organisierte den Wettbewerb seither auf eigene Faust im österreichischen Achenkirch Für professionelle Unterstützung sorgen ein paar lokale Helfer, die den Verantwortlichen des Clubs beim Zeitmessen oder als Streckenposten zur Seite stehen. Nur zweimal fiel die Meisterschaft aus: Gleich im ersten Jahr wegen zu viel und in diesem Jahr wegen zu wenig Schnee. So behalten Guy Michels und Jill Fischbach erstmal ihre Landesmeistertitel von 2014 für ein weiteres Jahr. Die Jungs und Mädels der Altersklasse 25-30, die sich jährlich für die Meisterschaften einschreiben, nutzten die Gelegenheit aber um zu trainieren und im nächsten Jahr erneut Jagd auf die Titel zu machen.

Action und…

Helmpflicht und Protektoren schützen die Fahrer bei ihren rasanten Fahrten vor Knochenbrüchen und Prellungen. In der risikoreicheren Variante „Freestyle-Contest“, bei dem Sprünge über einen Kicker gezeigt werden, waren in den vergangenen Jahren ein Paar Unfälle zu beklagen, wodurch dieser mittlerweile wieder abgeschafft wurde. Sicherer aber nicht weniger spektakulär stehen nun jedes Jahr Parallelslalom und Snowboardcross auf dem Programm. Letzterer ist etwa vergleichbar mit dem Super-G oder dem Riesenslalom der Skifahrer. Besonders das KO-System „Eins gegen Eins “ des Parallelslaloms sorgt jedes Mal für atemberaubende Spannung und Adrenalinkicks bei den Fahrern.

Spaß!

Dadurch, dass jedes Jahr fast dieselben Boarder am Start sind, ist die Gruppe wie eine Familie zusammengewachsen. Dies soll aber keinesfalls bedeuten, dass der Verein keine neuen Mitglieder willkommen heißen will. Ganz im Gegenteil: „Wir freuen uns über jeden, der zu uns stoßen möchte“, so Gründungsmitglied Alain Wolf. Auf gute Stimmung und eine nette Atmosphäre können sich Neulinge auch auf den regelmäßig organisierten Skitrips freuen. Mehrtägige Ausflüge wie ins Pitztal zum Season-Opening, in die Südtiroler Alpen oder in die nahe gelegen Vogesen stehen regelmäßig auf der Agenda. Hier wird dann auch neben der Piste für Spaß gesorgt: Kegelabend, gemeinsame Essen und Partys fördern den Gruppengeist der kleinen Sportfamilie.


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