SASSENHEIM
CLAUDE KARGER

In Sassenheim eröffnet die erste Einrichtung für Asylbewerber in Modularbauweise

Nur das frisch angesäte Gras zwischen den beiden Wohnmodulen muss noch wachsen, ansonsten ist die neue Empfangsstruktur für Asylbewerber in Sassenheim bereit für die Aufnahme der ersten 30 „demandeurs de protection internationale“, die hier ab Dienstag eine zeitweilige Bleibe bis zum Ende ihrer Antragsprozedur finden werden. Am Samstag nahmen Familien- und Integrationsministerin Corinne Cahen und Infrastrukturminister François Bausch in Begleitung des Sassenheimer Bürgermeisters Georges Engel sowie zahlreicher Gemeindeädilen, Vertretern des „Office luxembourgeois de l’accueil et de l’intégration“ (OLAI) und der am Bau beteiligten Unternehmen die Struktur in Augenschein, die ganz in der Nähe des Fußballplatzes und des Sassenheimer Schlosses liegt, im Norden und Osten geschützt von einem Wäldchen.

In sechs Monaten verwirklicht

Es ist die erste Empfangsstruktur in Luxemburg, die in Modularbauweise errichtet wurde, nach einem von den zuständigen Behörden gemeinsam mit „WW+ architektur + management“ entwickelten Standardkonzept, das in nur knapp sechs Monaten verwirklicht werden konnte. Nach dem gleichen Prinzip sollen in nächster Zeit auch in anderen Teilen des Landes ähnliche Strukturen realisiert werden (Luxemburg-Millebaach, Bettemburg, Käerjeng). „Modulbaustrukturen haben eine gute Qualität und viele Vorteile“, erklärte Ministerin Corinne Cahen, „der Platz kann optimal genutzt und an die Bedürfnisse der jeweiligen Einwohner angepasst werden. Die Standardisierung der Architektenpläne erlaubt es, die Kosten niedrig zu halten und die Module sind schnell gebaut“.

In Sassenheim stehen zwei solcher funktionellen und lichtdurchfluteten Gebäude à drei Etagen mit insgesamt 22 Zimmern (18 Quadratmeter) für jeweils drei Personen, darunter sechs Zimmer für behinderte Personen. Auf jeder Etage befindet sich ein Gemeinschaftsraum und eine Küche, wo die Einwohner selbst kochen können. Beliefert wird die Struktur, die vom OLAI verwaltet und sieben Tage die Woche rund um die Uhr von zwei Sicherheitsbeamten bewacht wird, von einem Lebensmittelladen auf Rädern.

Lob für das Engagementder Sassenheimer Bevölkerung

Die Module des neuen „Foyer“ können zu jeder Zeit zum Beispiel für Familien angepasst werden, aber zunächst werden bis auf Weiteres nur Männer - vor allem Syrer und Iraker - hier untergebracht. Die ersten Einwohner sind bereits gut in Sassenheim integriert, wohnten sie doch bislang im alten „Foyer“ beim Sassenheimer Schloss, das im Juni durch heftige Regenfälle arg in Mitleidenschaft gezogen worden war und geschlossen wird. Ministerin Cahen lobte das Engagement der Sassenheimer Bevölkerung, welche die Schutzsuchenden etwa mit einem „Meet & Greet“ im vergangenen Januar herzlich empfangen hatte.

Am Samstag bot sich den Bürgern der Gemeinde auch die Gelegenheit, die neue Unterbringungsstruktur in der Rue du Château in Augenschein zu nehmen. Wie Bürgermeister Georges Engel ausführte, wird demnächst auch ein Haus in Sassenheim für Flüchtlinge bereitgestellt sowie das alte Altersheim in Zolwer. Wie Engel betonte, werden aber auch eine Reihe von Wohnungen für Sozialhilfeempfänger geschaffen.