LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Der Rohbau für das nationale Rettungs- und Einsatzzentrum „CNIS“ ist weit fortgeschritten

Hauptstadtbürgermeisterin Lydie Polfer brachte die Sache ganz schlicht auf den Punkt: „Wir sind neugierig!“. Damit begründete sie die Besichtigungstour zusammen mit Innenminister Dan Kersch durch die Baustelle des „CNIS“, der Nationalen Feuerwehr- und Rettungswache am „Boulevard de Kockelscheuer“. Das „CNIS“ ist nicht nur neuer Standort der Berufsfeuerwehr Luxemburg, sondern auch Rettungswache, Einsatzzentrale, Feuerwehrschule, Ausbildungsstätte und Verwaltungssitz des Großherzoglichen Rettungskorps, dass am 1. Juli entsteht.

Erst vor ziemlich genau dreizehn Monaten hatte man an gleicher Stelle die Grundsteinlegung gefeiert, jetzt sind schon rund 80 Prozent des Rohbaus für den ersten Bauabschnitt fertiggestellt. Man höre nichts von der Baustelle, meinte Lydie Polfer, aber das sei ein gutes Zeichen. „Wenn man nichts hört, dann läuft’s.“ Hier sei in einem Jahr enorm viel gearbeitet worden. Aufgrund der Größe und der Komplexität der Bauaufgabe wird die nationale Einsatzzentrale nicht vor 2020 fertig gestellt werden. Bevor es los ging, erinnerte Innenminister Kersch daran, dass es einen ersten Wettbewerb für eine neue Hauptfeuerwache der Stadt Luxemburg schon 2004 gab. Schwung sei aber erst 2015 in ein gemeinsames Projekt gekommen, als sich das Entstehen des gemeinsamen Rettungskorps „CGDIS“ immer klarer abzeichnete.

140 Millionen Euro Baukosten

Für den ersten Bauabschnitt des Nationalen Feuerwehr- und Rettungszentrums fungiert die Hauptstadt als Bauherr und trägt 55 Prozent der Baukosten von etwas mehr als 121 Millionen Euro, der Staat ist an diesem Bauabschnitt mit 45 Prozent beteiligt. Beide treten dabei aber nur in Vorlage, die Kosten werden ganz zu Lasten des zukünftigen CGDIS, einer Anstalt des Öffentlichen Rechts, gehen. Auch wenn die offizielle Grundsteinlegung im März 2017 erfolgte, Baubeginn war schon im September 2016. Mit dem zweiten Bauabschnitt - auf der Entwurfszeichnung oben als „weiße Zone“ zu sehen - werden die Kosten bei über 140 Millionen liegen. Für diese „Zone 2“, die vor allem Trainingsräume beherbergen soll, wurde jetzt mit den Erdarbeiten begonnen.