LUXEMBURG
MM

Ernst-Wilhelm Contzen durch Jan Maarten de Jong ersetzt

Nach nur 14 Monaten, teilte die KBL European Private Bankers gestern mit, verlässt der ehemalige Chef der luxemburgischen Niederlassung der Deutschen Bank und langjährige Präsident des luxemburgischen Bankenverbands ABBL, Ernst Wilhelm Contzen, wieder die KBL epb.

Damals hieß es, die KBL ebp stelle sich neu auf. Das wurde diesmal nicht gesagt. Es scheint aber recht schnell gegangen zu sein, denn der bereits gestern nominierte Nachfolger Jan Maarten de Jong hat auch gleich schon Contzens Aufgaben als Präsident des KBL-Verwaltungsrates übernommen. Maarten de Jong arbeitet bereits seit einigen Jahren bei KBL. Zuvor war er lange Jahre bei ABN AMRO beschäftigt gewesen.

Genauso schnell wie die Personalrochade nun gestern stattfand, genauso lapidar die Erklärung dazu: Contzen wolle sich auf andere private und berufliche Prioritäten konzentrieren, so die Mitteilung. Gab es Unstimmigkeiten beim Kurs des Instituts?

Gewinn 2014 zurückgegangen

Der Gewinn von 66,9 Millionen Euro, den die KBL kürzlich für das Geschäftsjahr 2014 bekannt gegeben hatte, liegt 17,6 Millionen unter dem des Vorjahres. Die Bank verfügt über ein starkes europäische Banken-Netz und besitzt einige renommierte Geldhäuser, die weiterhin unter altem Namen arbeiten, wie zum Beispiel Merck, Fink & Co. Insgesamt war das operative Ergebnis der KBL von 539 Millionen „höher als erwartet“ gewesen, wobei anscheinend der Standort Luxemburg „erheblich“ zum Ergebnis beigetragen habe. Die Zuflüsse in Finanzanlagen waren demnach um 2,6 Milliarden Euro auf 44,9 Milliarden Euro angestiegen, während sich die Bilanzsumme um 200 Millionen Euro verringert hatte.

Im Januar hatten die beiden Geldhäuser der Precision Capital, die Banque Internationale à Luxembourg (BIL) sowie die KBL epb Abkommen geschlossen, die ihre Aktivitäten in der Schweiz und Belgien betreffen. Die BIL übernahm die Schweizer Filiale KBL Switzerland; die KBL wiederum übernahm die belgischen Aktivitäten der BIL. Bei der Übernahme der beiden luxemburgischen Institute durch den katarischen Fonds hatte es Gerüchte um eine mögliche Fusion gegeben. 2012 war die KBL für rund eine Milliarde Euro vom katarischen Fonds Precision Capital gekauft worden wie auch 90 Prozent der BIL.