BERLIN
CHRISTOF BOCK (DPA)/SIM

Einsamer Cowboy mit vielen Vätern: Comic-Held Lucky Luke wird 70

Er ist der Mann, der schneller schießt als sein Schatten: Die Comicfigur Lucky Luke wird 70 Jahre alt. Mitte November 1946 erschien in dem Magazin „Spirou Almanach 1947“ die erste Geschichte mit dem tapferen Cowboy. „Happy Birthday, Lucky Luke“, wünscht der Verlag Egmont Ehapa seinem beliebten Westernhelden. Seit dem 10. November ist die Nostalgie-Edition „Lucky Luke 1-14“ im Handel!

Vom Öl-Boom über die Verbreitung des Telegrafen bis zum Krieg mit den Indianern: Der Reiter, der fast immer dieselbe Kleidung trägt, hat so ziemlich alles gesehen, was die USA im 19. Jahrhundert umtrieb. Jedes Thema taugt für skurrile Begebenheiten und herzlichen Witz. Nicht selten mischt sich auch eine Spur der grausamen Realität hinein, die Episode „Das Greenhorn“ etwa zeigt Schikanen gegen Einwanderer. Ein Highlight sind immer wieder die Figuren, denen Promis ihre Gesichter liehen, etwa David Niven, Lee van Cleef und Alfred Hitchcock.

Zeichner Maurice De Bevere, Texter René Goscinny

Lucky Luke, der bei seinen Abenteuern mit dem sprechenden Pferd Jolly Jumper eine Reihe historischer Gestalten von Präsident Abraham Lincoln über den Gangster Jesse James bis zum Jeans-Erfinder Levi Strauss traf, hat viele Väter. Sein belgischer Zeichner Maurice De Bevere (Morris) war bis 1955 auch verantwortlich für die Texte. Danach konzentrierte er sich auf die Bilder, der begnadete Texter René Goscinny entwarf die Plots, bis zu seinem Tod 1977. In Folge wechselten die Autoren häufig. Als auch Morris 2001 starb, übernahm Achdé die Zeichnungen. Laurent Gerra textet zurzeit die Episoden.

Neben mehreren Zeichentrickverfilmungen gibt es auch mindestens drei Realfilme. Unter anderem verkörperten 1991 Terence Hill und 2004 Til Schweiger den „armen einsamen Cowboy“, als welchen sich Lucky Luke traditionell im letzten Bild des Comics selbst besingt, während er in den Sonnenuntergang reitet. Jahrzehntelang hatte Lucky Luke fast immer eine Zigarette im Mund. 1983 gab er das Qualmen auf und kaut seither gern mal auf einem Grashalm herum. Die UN-Weltgesundheitsorganisation WHO belohnte Zeichner Morris Ende der 80er Jahre mit einem Preis für das gute Beispiel im Kampf gegen Krebs.

Nostalgie-Edition im Retro-Look

Die Nostalgie-Edition hat einiges zu bieten: Sie umfasst die 14 Lucky Luke-Einzelalben, die erst später als Nummern 36, 43, 46, 38, 53, 28, 47, 50, 64, 54, 66, 62, 61 und 57 in die reguläre Reihe (Egmont Ehapa/Egmont Comic Collection) übernommen wurden. Diese Bände gibt es jetzt als Sonderedition mit den Nummern 1-14 und mit den Retro-Covern (Egmont Ehapa Media, 6,50 Euro).
www.ehapa-shop.de/lucky70