Hmm. Feilt da etwa jemand an seinem Comeback in den Luxemburger Politzirkus? Hat es Luc Frieden, langjähriger Finanzminister, aktuell „Vice Chairman“ der Deutschen Bank in London und aktiver Consultant der größten Oppositionspartei doch tatsächlich am Samstag in die KKK-Sommerinterviewserie im „Wort“ geschafft. Die Abkürzung steht in diesem Fall nicht für Kurzkupplungskinematik, Karneval Klub Kakadu oder Katechismus der Katholischen Kirche, sondern einfach für „kurz, knackig, kontrovers“. So wie es halt der glücklose einstige Juncker-“Dauphin“ liebt: „Luc Frieden mag es schnörkellos und bringt wie gewohnt die Dinge auf den Punkt“. So bezeichnet er sich selbst als „konservativ, ich bin aber offen für Neues“, als sozialliberaler Idealist, Sparfuchs und „politisch interessierter“ Kopf- und Morgenmensch, der gerne mal halbvolle Gläser Cola heavy bei klassischer Musik schlürft. Man erfährt auch, dass er lieber in Luxemburg schwarz-blau regieren als in London gülden banken würde. Kein Wunder, dass er der Politik der Dreierkoalition keine „Weiter so“-Note erteilt. Aber: „Neuwahlen prinzipiell am Ende einer Legislaturperiode“. Gut möglich, dass der Frühaufsteher in nächster Zukunft gewohnt schnörkellos die Dinge in seiner Partei auf den Punkt bringt und mindestens „Vice Chairman“ werden will.
Schnörkellos
journal.lu - 02.08.2015

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