CLAUDE KARGER

Während Post-Brexit-Großbritannien nun bald - wie der „Wort“-Leitartikler am Samstag meinte - am „Katzentisch“ sitzen muss bei Verhandlungen um die Regeln des EU-Binnenmarkts, denen sich die Inselmänner ohnehin fügen müssen, wenn sie auf dem Kontinent Business machen wollen, pfeifen die Spatzen von den Dächern was das Zeug hält: Etwa, dass es bald ein „Schmexit“ aus der Regierung geben wird und einige bereits an einem „Junckxit“ aus der EU-Kommission planen. „Lückenbüßer“, „Buhmann“, „Technokrat mit wenig Feingefühl“: Der Kommissionsboss musste sich besonders letzte Woche („die Woche war Mist“, schrieb die „SZ“) einiges gefallen lassen, zumal nachdem er am Dienstag meinte, das EU-Kanada-Freihandelsabkommen könne trotz allen Widerstands ohne die nationalen Parlamente durchgesetzt, denn rechtlich sei das gar nicht nötig. „Mir persönlich ist das aber relativ schnurzegal“, fügte er hinzu. Wie wir aus „Die Welt“ lernen, stammt „schnurz“ übrigens aus der „deutschen Jugendsprache von 1830“, nachzuschlagen im Wörterbuch „Der flotte Bursch“ (1831). „Heute, wo sich jede vertrocknete Zimmerpflanze mit Facebook-Account 50-mal am Tag bis zur Gluttemperatur aufregt, ist es ja eigentlich äußerst sympathisch, mal einen Menschen zu erleben, dem überhaupt noch etwas egal ist“, freut sich die Feuilleton- „Welt“. Man findet sie allerdings häufiger als man denkt.