LUXEMBURG
CAROLINE KNEPPER

Auch Frauen mögen Geschwindigkeit und Autos: Eine junge Rennfahrerin im Interview

Trackdays sind organisierte Events, bei denen auch Nicht-Mitglieder auf Rennstrecken so richtig Gas geben können. Man braucht dazu nur einen gültigen Führerschein und muss eine Teilnahmegebühr zahlen. Rennen fahren, am Auto rumschrauben und Schnelligkeit gelten noch immer als Männersache. Doch es gibt auch Frauen, die sich dafür interessieren und mitmachen. Dazu gehört auch Anne Georges, 33.

Wie bist du zu diesem Hobby gekommen?

Anne Georges Mein Vater hatte immer coole Autos - sowie auch mein Bruder. Er hat uns sonntags manchmal mit seinem Lancia Delta Integrale mit auf die Autobahn genommen und auf das Gaspedal gedrückt. Wir fanden das immer großartig. Mein Bruder hatte schon früh 50 ccm Motorräder und hat immer daran herumgeschraubt. Das war faszinierend für mich.

Vor ein paar Jahren fing ich an mit Freunden auf diverse Trackdays zu gehen, anfangs als Beifahrerin, später irgendwann dann auch als Fahrerin. Es war sehr aufregend und ist es immer noch, selbst und alleine zu fahren.

Was gefällt dir so daran?

Anne Erstens macht es einfach nur Spaß. Es ist, neben dem Karting fahren, die erste Aktivität, bei der ich hundertprozentig von allem abschalten kann, vor allem von den Gedanken, die man sonst ständig im Kopf hat. Das Fahren verlangt totale Aufmerksamkeit und Konzentration, das finde ich saustark.

Was war dein erstes Auto?

Anne Mein erstes Auto war der Fiat Uno meiner Mutter, den mein Bruder vorher schon einige Jahre hatte.

Bist du in einem Klub?

Anne Ja, ein paar Freunde haben eine Asbl gegründet, die Asbl Raceleague, um Trackdays zu organisieren oder bei anderen Events im Ausland mitzufahren.

Wie oft nimmst du an solchen Trackdays teil?

Anne Während der Saison, ab März bis September, finden relativ viele Events in Frankreich, Belgien, Deutschland und Holland statt. Wenn wir zu mehreren sind, dann melden wir uns als Klub an und fahren gemeinsam hin.

In Frankreich, Chambley, ist die Strecke Francis Maillet, ein kleiner Flughafen, der zu einer Rennstrecke umfunktioniert wurde. Die ist von Zeit zu Zeit auch am Wochenende offen, dort fahre ich ungefähr zwei Stunden lang. Das kostet weniger.

Ist es ein teures Hobby?

Anne Wenn man es regelmäßig und richtig machen will, dann ja. Neben einem Auto, an dem ständig etwas gemacht werden muss oder man etwas machen will, muss man ja auch Teilnahmegebühren zahlen. Dann kommt noch der Weg hin und zurück, plus Wochenendaufenthalt. Dazu nimmt es viel Zeit in Anspruch.

Gibt es noch mehr Frauen mit diesem Hobby?

Anne Klar, weniger als Männer, aber es gibt sie. Zum Beispiel waren am letzten Wochenende einige schnell unterwegs in Colmar-Berg.

Was steht in nächster Zeit auf deinem Programm?

Anne Ich habe jetzt meinen MX5 aus dem Winterschlaf geholt und freue mich riesig auf besseres Wetter. Und wir haben gerade den Motor aus meinem Fiat 128 ausgebaut, um einen anderen einzubauen. Wohlgemerkt, wir, alleine wäre ich aufgeschmissen. Gute Freunde helfen, wo sie nur können.