TROISVIERGES
CORDELIA CHATON

Die Keller AG baut neu in Troisvierges und expandiert in Nordamerika

Serge Niederkorn hat den Durchblick. Der CEO der Keller AG aus Troisvierges wird möglicherweise den Sitz des Unternehmens in zwei bis drei Jahren ins neue Gewerbegebiet in Troisvierges verlegen.

Die Zustimmung für das 1,5 bis zwei Hektar große Grundstück erhielt er jetzt vom Wirtschaftsministerium. Klar ist, dass dort die Produktion angesiedelt werden wird.

Niederkorn hatte den Familienbetrieb 2014 von Norbert Keller gekauft, der ihn vor 37 Jahren gegründet hatte. Seither expandiert das auf minimalistische Schiebeysteme von großflächigen Fenstern und innovative Glaspavillons und Wintergärten spezialisierte Unternehmen, das mittlerweile auf fünf Standorte in der Region rund um Troisvierges und Clerf verteilt ist. Gestern stellte Niederkorn 250 Gästen und der Presse den neu gestalteten 2.000 m² großen Showroom des Unternehmens vor, das auch Partner von Schüco ist.

Neun Sprachen im Service

„Wir beschäftigen jetzt 120 Mitarbeiter, davon die Hälfte in Troisvierges“, unterstreicht Niederkorn, der zurzeit noch sieben weitere Mitarbeiter sucht. Vor vier Jahren lag die Zahl der Mitarbeiter noch bei 80. „Der Hausmarkt des Unternehmens liegt in einem Umkreis von 200 km um Troisvierges und reicht von Metz bis Brüssel“, beschreibt Niederkorn die Ausgangssituation. Hier macht die Keller AG rund die Hälfte des Umsatzes, den sie nicht bekannt gibt. „Es ist wichtig, dass wir ein Traditionsunternehmen sind. Oft kommen die Kunden nach zwanzig Jahren für einen Umbau - oder schicken ihre erwachsen gewordenen Kinder“, berichtet der Chef.

Das Unternehmen ist jedoch auch international sehr aktiv und hat Projekte in Australien, Kroatien, Großbritannien oder auch Israel realisiert. Zur Zeit baut es beispielsweise seine filigranen Schiebefenster in ein Haus in Beirut mit 25 Stockwerken. Um der Nachfrage der internationalen Kunden gerecht zu werden, beschäftigt Keller Mitarbeiter, die neun Sprachen - Englisch, Französisch, Deutsch, Luxemburgisch, Spanisch, Niederländisch, Italienisch, Chinesisch und Arabisch - abdecken.

Niederlassungen in Dubai und bei Budapest

Rund 60 Mitarbeiter arbeiten an den internationalen Standorten des Unternehmens bei der 2016 im Rahmen eines Joint Ventures gegründeten Niederlassung „Keller Somena“ in Dubai sowie in Pilisvörösvár, einem Ort nordwestlich von Budapest, wo Niederkorn ein auf Holz- und Holz-Aluminiumfenster sowie Türen spezialisiertes Unternehmen aufgekauft hat. Aktuell ist die Keller AG in den USA und Kanada aktiv. „Wir können uns vorstellen, einen Niederlassung in Kalifornien zu eröffnen, auch in Vancouver und Montreal haben wir interessante Kontakte“, erklärte der CEO, der früher lang als Unternehmensberater gearbeitet hat. „Unser Ziel ist eine marktführende Rolle.“ Er legt großen Wert auf die Marke. „Wir haben uns zu einem „global player“ hochgearbeitet. Weltweit gibt es nur zwei andere Mittelständler, die uns Konkurrenz machen. Und Schüco, der wesentlich größer ist, aber Nischen nicht wie wir abdecken kann“, erklärt der Unternehmenschef.

Auf allen Kontinenten vertreten

Die Keller AG ist auf allen Kontinenten mit über 90 Partnern vertreten. Die Lizenzpartner werden rund ein Jahr lang geschult, um sich sicher zu sein, dass sie die Marke gut vertreten. Um international besser zu verkaufen, investiert Keller in hauseigene Testanlagen und Prüfstände.

So können beispielsweise Fenster in Troisvierges nach australischen Normen geprüft werden. Das spart aufwendige Prozeduren nach der Ankunft der Ware.

Ein Trend der Zukunft ist Domotik. „In Asien will jeder sein Schiebefenster über sein Handy öffnen“, erklärt ein Vertriebsmitarbeiter.

Auch dreifach-Verglasung und Passivhäuser sowie Sicherheitssensoren sind gefragt. Zwar gehört die 3-D-Simulation zum Angebot. Aber die Kunden wollen die Ware immer noch anfassen. Der Showroom steht bereit.