JEREZ/CADIZ
PATRICK WELTER

Audi setzt mit dem neuen A5 Cabrio die Tradition der offenen Viersitzer mit Stoffverdeck fort

Die Wolken hängen tief, die Luft ist diesig, immer wieder regnet es, das Meer ist bleigrau, aber vor allem ist es kalt und windig. Tolles Cabrio-Wetter. Immerhin beweist das geschlossene Verdeck, dass es mehr Wetterunbilden abhält, als manches Blechdach. Es ist kuschelig im Auto, die Sitzheizung arbeitet erfolgreich und wir versuchen uns mit dem Wetter zu arrangieren. Die Presseabteilung von Audi hatte sich das wohl anders vorgestellt. Wir sind nämlich weder in Knoke noch in St.Peter-Ording an der kalten Nordsee unterwegs. Audi hat vermeintlich auf Nummer Sicher gesetzt und für die Pressefahrvorstellung des neuen Audi A5 Cabrios in den äußersten spanischen Südwesten, nach Andalusien, geladen… Pech, die ansonsten verzweifelt wasserarme Provinz, erlebt einen März der einem heimischen November entspricht. Egal.

Die Verarbeitung ist unübertroffen

Wie immer muss man bei dem niederbayerischen Premiumhersteller als erstes Wertigkeit und Verarbeitung loben. Jede Menge Kleinigkeiten, die das Fahren und das Ein- und Aussteigen oder das Schließen und Öffnen der Türen angenehmer machen. Nichts rappelt, nichts wackelt. Fugen und Spaltmaße sind vollkommen ebenmäßig. Bei einem Cabriolet auf Basis einer selbsttragenden Karosserie ist das immer noch keine Selbstverständlichkeit - allerdings lässt sich Audi diese Qualität auch gut bezahlen.

Nicht billig

So kostet unser erster Testwagen mit dem 2.0 Liter Benzinmotor mit 252 PS und Allradantrieb in der Basisversion auf dem luxemburgischen Markt 51.600 Euro.

Vom braven Diesel bis zum bösen S5

Es gibt alternativ zum Benziner auch einen 2.0 Turbodiesel mit 190 PS, der es eigentlich „dicke“ tut, und einen drehmomentstarken 3.0 Liter Diesel mit 218 PS. Zwei weitere Motorvarianten werden nach der Markteinführung folgen. Natürlich gibt es auch das Cabriolet als bösen Audi S5 mit 354 PS - dafür muss man aber 67.000 Euro ausgeben - trotzdem wird er bei 250km/h abgeriegelt.

Entscheidend ist, dass das neue Cabriolet mit seiner scharf konturierten Motorhaube, um ein paar Zentimeter gewachsen ist und dies vor allem den Insassen vorne und hinten zugute kommt. Die Qualitäten des Stoffverdecks wurden schon erwähnt, die elektrische Betätigung muss nicht im Stand erfolgen: Bis 50 km/h darf man kurz am Schalter ziehen und das Verdeck öffnet oder schließt sich binnen 15 Sekunden. Jede Menge Assistenzsysteme und Unterhaltungsgimmicks stehen zur Verfügung. Aber entscheidend ist, dass das Fahren mit dem A5 schon in der schwächsten Version mit 190 PS - die gut zu dem Cabrio passt - schlicht Spaß macht.

Kaum Kritikpunkte

Wobei es sich nicht empfiehlt aus den elektronisch einstellbaren Fahrwerksprogrammen die Variante „Comfort“ zu wählen. Selbst als Anhänger einer komfortorientierten Fahrwerksabstimmung muss man feststellen, dass Audi bei dieser Programmvariante zu sehr auf den amerikanischen Markt geschielt hat.

Ansonsten: Voll empfehlenswert!