CLAUDE KARGER

Wechselbad der Gefühle gestern auf der prominentesten Seite des „Wort“: links optimistische Minister, rechts philosophiert die Leitartiklerin schön über das Thema „Angst“ mit einer langen Liste von Gruselsituationen. Dem Angst-davor-dass-niemand-unsere-Selfies-liked-Monster sind wir zwar noch nicht begegnet, der Diagnose allerdings schon: „Ängste werden geschürt, nicht bekämpft. Statt den Menschen vor einer unmittelbaren Gefahr zu schützen, machen sie ihn so zum leichten Opfer für die, die diese Ängste zu manipulieren wissen, um eigene Ziele zu erreichen“. Da werden auch die monströsesten „Fake“-News ruckzuck übers Netz durchs ganze Universum posaunt. „Nur wer sich seinen Ängsten stellt, ihnen geradewegs in die Augen blickt, kann sie am Ende auch besiegen, schreibt die Kollegin weiter, „unsere Dämonen sind nämlich genau wie wir: gutbürgerlich und zahm“. Ziemlich zahm zu ging es bei den Debatten zur Lage der Nation. Wobei natürlich aber wieder mit einer Reihe alter Dämonen rumgeschmissen wurde, hüben wie drüben auf den Bänken. Ein „T“-Kommentator befürchtet nach Beobachtung der Auftritte der Rechts- und Weiter-Rechts-Regierungs-„Basher“ schon den Aufbau eines weiteren Schreckgespenstes: „Ob sich mit populistischer Kritik da zwei schon wahltechnisch positionieren wollten...?“ So ein Grusel!