LUXEMBURGPATRICK VERSALL

Crashkurs mit Sprachwissenschaftlerin Amira-Louise Ouardalitou

Literarische Publikationen leben, solange sie gelesen oder vorgetragen werden oder für das Kino und das Theater inszeniert werden. Wissenschaftliche Bücher lassen sich nur bedingt auf die Bühne bringen, aus luxemburgischer Grammatik bauen Regisseure nicht unbedingt Spiel- oder Dokumentarfilme.

Die luxemburgische Sprachwissenschaftlerin Amira-Louise Ouardalitou steht im Literaturcafé einer hauptstädtischen Buchhandlung und erklärt den Hörern in einem Sprachcrashkurs den Gebrauch des Tremas in der Nationalsprache. Sie könne dank solcher Veranstaltungen ihr neues Buch „Lëtzebuergesch richteg schreiwen“ zum Leben erwecken, erklärt die junge Frau, die am Institut des Langues Luxemburgischkurse gibt und im Laufe ihrer Studien unter anderem das Luxemburgische in Nordamerika erforschte. Ouardalitous handliches Buch ist eine kleine Orthografie-Stütze für luxemburgische Muttersprachler oder Luxemburgisch-Schüler, die die deutsche Sprache beherrschen.

Redepausen

Nach dem Abschluss ihres Mastersstudiums in „Lëtzebuerger Studien“ möchte sie mit ihrem Buch huckepack durch das ganze Land touren, um ihren Landsleuten die Schreibweise näher zu bringen. Zwanzig Zuhörer haben an ihrer ersten Sprachveranstaltung in Strassen teilgenommen, wo Ouardalitou vor kurzem an zwei aufeinander folgenden Abenden je zwei Stunden über die luxemburgische Sprache referierte und mit den Interessierten Aufgaben löste.

Die Veranstaltung in der Buchhandlung dauert nur zwei Stunden -ein Schnelldurchlauf durch die einzelnen Kapitel des Buches.

Die Anwesenden nutzen jedoch jede kleine Redepause der Luxemburgerin, um Fragen zum Stoff zu stellen. Ouardalitou ihrerseits packt die Gelegenheit beim Schopf, um Werbung in eigner Sache zu machen: Am 17. Juni referiert sie zum Thema „Lëtzebuergesch am Mëttlere Westen vun den USA“ im Centre Barblé in Strassen.


Ouardalitou, Amira-Louise: „Lëtzebuergesch richteg schreiwen“ Editions Saint-Paul. 12 Euro