LUXEMBURG
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Regierung: Fünf Millionen für den „Restart“ der Vereine und Föderationen

Absagen von Veranstaltungen zuhauf, finanzielle Einbußen, Trainer und Profis in Kurzarbeit, äußerst schwierige Trainingsbedingungen...: Auch den Sport haben die drastischen Ausgangsbeschränkungen im Zuge des Kampfes gegen die Covid-19-Pandemie schwer getroffen und immer noch ist nicht abzusehen, wann es wieder normale Sportwettbewerbe geben kann.

Die Unsicherheit bei den 54 Sportföderationen und vielen der rund 1.600 Vereinen ist demnach entsprechend groß, die zum größten Teil durch Freiwilligenarbeit laufen und so kaum Ansprüche auf die gegen die Krise aufgelegten Fördermaßnahmen haben.

Pauschale von 20 Euro pro Wettkampflizenz

Nun soll ein spezielles Paket für den Sport zumindest ein wenig Linderung für die vielen Sorgen bringen. Der Umfang der Maßnahmen, die Sportminister Dan Kersch gestern in der „Coque“ vorstellte: Rund fünf Millionen Euro. Da ist zum einen eine Pauschale von 20 Euro pro Wettkampflizenz für jeden Verein, der einer zugelassenen Wettkampfsport-Föderation angegliedert ist - insgesamt ergibt das bei über 95.000 Lizenzen knapp zwei Millionen Euro. Das Minimum der Subvention liegt bei 250 Euro. Damit soll vor allem die Zahlung der laufenden Kosten bestritten und die Einnahmenausfälle durch gestrichene Wettbewerbe etwas aufgefangen werden.

Der Antrag für die Unterstützung kann bis zum 31. Dezember 2020 beim Sportministerium eingereicht werden. Nun gibt es auch Sportarten, die nicht auf Wettkampf gepolt sind. Für die anerkannten Föderationen angegliederten Vereine in diesen Bereichen wird es eine Hilfe von maximal 3.000 Euro pro Club geben. Sie können Einnahmenverluste durch die zwangsläufige Annullierung von Events wegen Covid-19 geltend machen. Auch hier ist ein Antrag bis zum 31. Dezember einzureichen. Die entsprechenden Formulare für beide Arten von Zuwendungen sind übrigens auf www.guichet.lu zu finden. Eine weitere Maßnahme ist die Beteiligung des Sportministeriums an den Kosten für einen Informatikspezialisten beim Olympischen Komitee um dieses, aber auch die Vereine, bei der Digitalisierung der Lizenzenverwaltung zu unterstützen. Die Konvention mit dem COSL werde entsprechen abgeändert. Ferner startet das Sportministerium im Herbst die Sensibilisierungskampagne „Lëtzebuerg lieft Sport“. Sie soll breit angelegt sein, mit der Beteiligung aller Akteure im Sport und vom Kleinkind bis zum Senior für Sportbegeisterung sorgen.

Ein „Sportkoordinator“ für Gemeindenund Gemeindesyndikate

Auch beteiligt sich das Ministerium an der Finanzierung eines „Sportkoordinators“ zwischen Gemeinden, Schulen, LASEP, Vereinen, Eltern und Betreuungsstrukturen, um besonders für die Kinder bis zwölf Jahren die besten Voraussetzungen zu schaffen, damit sie Sport entdecken und leben können.

Das Ministerium übernimmt hier 50 Prozent der Lohnkosten, inklusive Sozialbeiträgen des Arbeitgebers bis zu einer Höhe von 150 Prozent des qualifizierten Mindestlohns und das für eine Dauer von drei Jahren. Sportminister Kersch, vormals auch Präsident des Syvicol, ermutigte die Kommunen, auf diese interessante Lösung zurück zu greifen. Gemeinden oder Gemeindesyndikate können hier bis zum 31. Dezember einen Antrag mit einem ersten Konzept vorlegen. Dann gibt es Kompensationsmaßnahmen für den zwangsläufigen Ausfall von Sportstunden in den Grundschulen. Aus sanitären Gründen finden seit dem 13. März keine mehr statt - voraussichtlich bis zur „Rentrée“ im September. Sollten Kommunen, Föderationen oder Vereine allerdings zwischenzeitlich Ideen haben, wie man unter den geltenden Schutzregeln den Kindern Sportaktivitäten anbieten kann, so werde sich das Sportministerium an den Kosten der Projekte beteiligen. Mit 5.000 Euro beteiligt sich der Staat indes an der Anschaffung von Sportmaterial durch Föderationen, angegliederte Vereine oder auch gemeinnützige Organisationen, die Sportkurse veranstalten möchten.

Auch bei Sportinfrastrukturen greift der Staat tiefer in die Tasche und beteiligt sich mit 35 statt wie bisher 20 Prozent an den Kosten. Die Beteiligungs-Obergrenze liegt allerdings bei 50.000 Euro. Das Sportministerium unterstützt derweil auch die Studie der Differdinger „LUNEX Internationale University of Health, Exercise and Sports“ über die Auswirkungen von Covid-19 auf den luxemburgischen Sport. Sportminister Kersch kündigte auch neuen Maßnahmen an, um das Benevolat im Sportbereich zu stärken. Details fehlen noch.