LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Wirtschaftsministerium und Luxinnovation legen „Fit 4 Resilience“-Programm auf - Es soll Betrieben helfen, sich nachhaltig abzusichern

Besser aus der Krise rauskommen sollen die Unternehmen. Und sie sollen widerstandsfähiger gegenüber neuen Schocks werden. Die „Resilienz“ der Betriebe zu unterstützen ist das Ziel eines neuen Programms, das gestern von Wirtschaftsminister Franz Fayot (LSAP) vorgestellt wurde. Das Programm „Fit 4 Resilience“, das Unternehmen Berater für eine Stärken/Schwächen-Analyse und die Anpeilung eventuell neuer Märkte zur Verfügung stellt - das Wirtschaftsministerium übernimmt hier die Hälfte der Kosten - ist Teil des „Neistart Lëtzebuerg“-Programms, das die Regierung vergangene Woche vorstellte.

Das Maßnahmenpaket im Umfang von 700 bis 800 Millionen Euro ergänzt das erste Stabilisierungsprogramm für die von der Corona-Pandemie gebeutelte Wirtschaft. Für 50 Teilnehmerbetriebe für „Fit 4 Resilience“ sind insgesamt rund 750.000 Euro eingeplant. Zuständig für das neue Förderprogramm ist Luxinnovation die von den Ministerien für Wirtschaft, Forschung- und Hochschule sowie der FEDIL und den Handels- und Handwerkskammern getragene nationale Agentur zur Förderung von Innovation und Forschung, die im vergangenen Jahr bereits ihr 35. Bestehen feierte und eine ganze Reihe von „Fit 4“-Programmen aufgelegt hat.

Brücken schlagen

CEO Sasha Baillie nutzte die gestrige Pressekonferenz auch, um den Jahresbericht der Agentur vorzustellen, die heute rund 70 Mitarbeiter zählt, die Brücken zwischen Betrieben und Forschung schlagen, zwischen privater und öffentlicher Forschung aber auch zwischen Unternehmen aus dem Ausland und Luxemburg. Wobei diese Betriebe auch gezielt für die Stärkung des „Ökosystems“ in Zukunftsbranchen angeworben werden.

Laut Baillie seien so im vergangenen Jahr rund 296 interessante Unternehmen kontaktiert worden, 68 hätten sich Luxemburg näher angeschaut - und 19 seien geblieben. Luxinnovation pflegt auch die sogenannten „Cluster“, branchenspezifische Unternehmensplattformen für IT, Automobilindustrie, Cleantech, Healthtech, Materialien, Kreativindustrien und die Holzbranche. Die „Cluster“ wurden übrigens im vergangenen Jahre reformiert, während dem auch das „Digital Innovation Hub“ gegründet wurde. Digitalisierung und Nachhaltigkeit sind vorrangige Themen für Luxinnovation, vor allem aber auch die Nutzung regionaler Stärken und Ressourcen.

So hat man für den „Testlauf“ des „Fit 4 Resilience“-Programms auf Peintures Robin zurückgegriffen. Der Farben- und Lackeproduzent aus Useldingen hatte sich im Zuge der Auftragseinbrüche durch die Krise zahlreiche Zukunftsgedanken gemacht. Für CEO Gérard Zoller war die Stärken/Schwächenanalyse durch die Luxinnovation-Berater eine Bereicherung. Die sehr praxisorientierte Beratung hätten neue Ideen hervorgebracht, etwa für die bessere Vertreibung der Produkte in der Großregion oder besseres Recycling von Resten von Farben und Lacken. „Resilienz erreicht man nicht mit viel Geld und Investitionen“, sagt Zoller, „das spielt sich vor allem auch im Kopf ab. Man muss „out of the box“ denken“. Der Manager appellierte wärmstens, sich für das „Fit 4 Resilience“-Programm zu bewerben.

In Frage für das „Fit 4 Resilience“-Programm kommen lediglich Unternehmen: deren Tätigkeit nicht unter die Sektoren und Tätigkeiten fallen darf, die durch das Gesetz vom 20. Dezember 2019 über die Einführung einer De-minimis-Beihilferegelung oder durch das Gesetz vom 9. August 2018 über eine Beihilferegelung für kleine und mittlere Unternehmen, ergänzt durch die großherzogliche Verordnung vom 12. Oktober 2018, ausgeschlossen sind. Voraussetzung ist auch, dass sich das antragstellende Unternehmen zum 31. Dezember 2019 nicht in Schwierigkeiten befand. Erforderlich ist ein Motivationsschreiben mit Angabe der aufgetretenen Probleme. Bewerbungen können bis zum 31. Dezember online eingereicht werden. Nach Prüfung des Dossiers und Bestätigung der Eignung darf das Unternehmen einen Berater aus der vorgegebenen Liste auswählen und sendet seinen Antrag an das Ministerium.

Nach Erhalt des Empfangsbestätigungsschreibens des Ministeriums kann die Begleitung durch den gewählten Berater beginnen. Der Einsatz des Beraters beträgt zwischen 5 und maximal 25 Arbeitstage auf der Grundlage eines Tagessatzes von 1.200 Euro (ohne Steuern). Sie muss Gegenstand eines ordnungsgemäß genehmigten Kostenvoranschlags sein. Eine öffentliche Pauschalbeihilfe in Höhe von 50 Prozent des Gebührenbetrags wird nach Eingang des Antrags beim Minister direkt an das Unternehmen gezahlt. LJ

Mehr: www.fit4resilience.lu