LUXEMBURG
SVEN WOHL

Kormorane werden weiter nicht zum Abschuss freigegeben

Die Jagd auf Kormorane wird in Luxemburg weiterhin nicht eröffnet. Die Vögel stehen in Folge einer EU-Direktive im Großherzogtum unter Schutz. Das erklärte Umweltministerin Carole Dieschbourg in ihrer Antwort auf die parlamentarische Anfrage des DP-Abgeordneten Gusty Graas. Ausnahmen könnten zwar gemacht werden, würden im Fall von Luxemburg aber eher unwahrscheinlich sein.

Ausnahmeregelung nur schwer machbar

So nennt die Ministerin mehrere Ausnahmefälle, die eintreten könnten, welche dazu führen würden, den Schutz punktweise aufzugeben. Dazu gehören die Flugsicherheit, die öffentliche Sicherheit und Gesundheit sowie der Schutz anderer Arten. Während die „Fédération luxembourgeoise des pêcheurs sportifs a.s.b.l.“ (FLPS) eine ernsthafte Bedrohung der Fischarten und Biodiversität vom Kormoran ausgehen sehen, widerspricht die Umweltministerin dieser Einschätzung. Die Fischjagd durch den Kormoran sei unbedeutend angesichts der zahlreichen menschlichen Faktoren, welche diese Bestände unter Druck setzen. Die demographische und urbane Entwicklung Luxemburgs setze die Wasserläufe Luxemburgs stärker unter Druck als die 300 bis 500 Kormorane, die im Winter in Luxemburg anzutreffen seien. Wie erwähnt könnte eine Jagd-Ausnahme aufgrund wirtschaftlicher Interessen vorgesehen werden. Die Hoffnung darauf lässt die Ministerin allerdings nicht aufkommen. Denn dafür müsse entweder erwiesen werden, dass die Kormorane tatsächlich eine wesentliche Gefahr für die Fischbestände darstellen würden oder dass sie einen wirtschaftlichen Schaden verursachen würden.

Da die Fischerei in Luxemburg allerdings ausschließlich als Hobby betrieben wird, kann der letztgenannte Aspekt hier keine Rolle spielen. Dies sei in verschiedenen Nachbarländern anders, bestätigt die Ministerin weiter. Falls eine Bedrohung auf einen Bestand durch die Kormorane wissenschaftlich bestätigt werde und keine anderen Lösungsansätze die erwünschten Resultate bringen würden, könnte eine Ausnahme gerechtfertigt sein. Wichtiger für die Wasserläufe wäre etwa Modernisierung und Bau von Kläranlagen.