LUXEMBURG
PAUL HEBER

Am Dienstag wurde weltweit der „Internationale Tag der Kinder, die unschuldig zu Aggressionsopfern geworden sind“ begangen, der auf der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 19. August 1982 ins Leben gerufen wurde. Durch das Ausrufen dieses Gedenktags soll auf all die Kinder aufmerksam gemacht werden, die unter Gewalt und Aggression leiden müssen. Sie werden beispielsweise als Kindersoldaten oder Sexsklaven missbraucht.

„Gewalt gegen Kinder kann viele Facetten haben, verschont niemanden und kennt keine Grenzen. So stirbt alle fünf Minuten ein Kind oder Jugendlicher auf der Welt einen gewaltsamen Tod. 20 Prozent aller Mordopfer in der Welt sind jünger als 20 Jahre. Rund eine Milliarde aller Kinder sind bereits zu Hause mit der ein oder anderen Form von Gewalt in Kontakt gekommen. Auch in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen findet Gewalt statt, und Mobbing an Schulen betrifft Kinder überall.

Sexuelle Übergriffe stellen eine schwere Verletzung der Kinderrechte dar. Jedes vierte Mädchen zwischen 15 und 19 hat in seinem Leben bereits physische Gewalt erlitten, in Europa leiden 18 Millionen Kinder unter sexuellen Übergriffen. Auch in Luxemburg sind (für dieses Jahr liegen Zahlen vor) allein im Jahre 2014 rund 15 Prozent der Frauen vor Erreichen ihres 15. Lebensjahrs Opfer irgendeiner Form von sexueller Gewalt geworden.

Gewalt erleben die Kinder aber auch durch Kinderarbeit. So arbeiten weltweit etwa 152 Millionen Kinder. Häufig werden die Mädchen und Jungen ausgebeutet und schuften auf Plantagen und Müllkippen, in Textilfabriken oder hinter verschlossenen Haustüren wie Sklaven. Viele Kinder arbeiten in Minen oder müssen sogar als Prostituierte ihren Körper verkaufen.

In Nepal, wo Unicef Luxemburg im Moment eine Hilfsaktion am Laufen hat, muss jedes dritte Kind zwischen fünf und 17 Jahren arbeiten, was 2,8 Millionen Kindern entspricht. Fast alle diese Kinder arbeiten unter gefährlichen Bedingungen und können auch die Schule nicht besuchen. Kinder, die heute nicht zur Schule gehen, können jedoch als Erwachsene ihr Leben nicht eigenständig bewältigen und ihre eigenen Kinder nicht vor Kinderarbeit schützen.

So entsteht ein Kreislauf der Armut, den Unicef brechen will, zum Beispiel indem es den Familien, wie im Nepal, eine Ziege schenkt, die dazu beitragen kann, dass die Familien ein zusätzliches Einkommen erhalten, so dass die Kinder nicht mehr arbeiten müssen und zur Schule gehen können. Schule also statt Kinderarbeit.“

Wer spenden will, kann dies im Internet auf www.unicef.lu/nepal tun