LUXEMBURG
CAROLE HARTMANN

Nachdem der Bestgewählte bei den Parlamentswahlen vom letzten 14. Oktober auf der DP-Liste im Ostbezirk, Lex Delles, als Minister für Mittelstand und Tourismus in die Regierung einzog, war es an der Drittgewählten auf diese Liste, Carole Hartmann, in die „Chamber“ nachzurücken. Für die junge, seit langem auch politisch engagierte Anwältin, die sich auch als Tischtennis-Spielerin einen Namen gemacht hat, steht das Jahr 2018 für den wahren Beginn ihrer politischen Karriere. Seit März ist die 31-Jährige im Gemeinderat ihrer Heimatstadt Echternach vertreten, nachdem ihr Vater André nach fast 25 Jahren beschlossen hatte, sein Mandat niederzulegen. Und nun ist sie Abgeordnete. Wie fühlt man sich da? Und was sind Carole Hartmanns Prioritäten? Wir haben nachgefragt.

„Es war natürlich ein Super-Jahr für mich. Das hätte es nicht werden können, ohne die Unterstützung meines Vaters und ohne die fabelhafte Arbeit, die das DP-Team im Wahlbezirk Osten geleistet hat. Wir waren wirklich eine eingeschworene Mannschaft mit jungen und erfahrenen Kandidaten und haben uns richtig ins Zeug gelegt, um die beiden DP-Sitze zu verteidigen. Der Einsatz hat sich gelohnt, und ich bin besonders froh über mein Resultat in meiner Heimatstadt und Umgebung. Ich glaube, der Wechsel im Gemeinderat kam genau zum richtigen Moment.

Ich bin nun dabei, mit Unterstützung meiner Fraktionskollegen und den Mitarbeitern der Fraktion, mich in die Akten einzuarbeiten, die ich künftig intensiver betreuen werde. Sicher muss ich noch viel lernen, aber ich bin dafür voll motiviert. Schließlich habe ich nun die Gelegenheit, mich ganz konkret für die Themen einzusetzen.

Besonders am Herzen liegen mir die Themen Arbeit und Jugend und hier spezifisch der Übergang zwischen Schule und Arbeitswelt, die Justiz und natürlich der Sport.

Ich glaube, dass es noch einiges zu tun gibt, um eine gelungene Transition zwischen Schule und Arbeitsmarkt herzustellen. Es gilt nicht nur, die beiden Bereiche noch enger zu verzahnen, indem der Austausch zwischen Schülern und späteren potenziellen Arbeitgebern noch stärker gefördert wird, sondern auch die Weiterbildung besser und zugänglicher zu gestalten.

Letzteres wünsche ich mir auch auf dem Gebiet der Justiz. Ich erlebe täglich in meinem Beruf Hürden, die Anwälte und Bürger insgesamt sehr viel Zeit kosten und die meiner Meinung nach durch den intelligenten Einsatz von neuen Technologien ausgeräumt werden könnten. Das und eine weitere Vereinfachung der Prozeduren würde meiner Meinung nach der ganzen Gesellschaft zugutekommen.

Eine fundamentale Rolle für das Wohlbefinden in der Gesellschaft spielt in meinen Augen der Sport. Nicht nur, weil Bewegung, die wir zumal bei Kindern noch stärker fördern müssen, gesund ist, sondern weil Sport ein kapitaler Integrationsfaktor ist. Wenn man nämlich zusammen Sport betreibt, verschwinden Unterschiede aller Art sehr schnell. Ich setzte mich demnach für eine weitere Stärkung der Sportförderung ein.

Aktiv verfolgen werde ich aber auch die Themen, die ich in den letzten Jahren als Mitglied der ‚Jonk Demokraten‘ mitverteidigt habe, wie etwa die Flexibilisierung der Ladenöffnungszeiten, eine bessere Work-Life Balance und die Legalisierung von Cannabis.“