PASCAL STEINWACHS

Dass Wirtschaftsminister Etienne Schneider nicht nur ein modisches Bärtchen trägt, sondern dazu auch noch ein ganz Schlauer ist, das erfuhr dieser Tage auch die deutsche taz. Diese wollte den Minister eigentlich zum LuxLeaks-Dings befragen, wurde dann aber von zwei Beamten „zu den Fenstern eines Büros im 13. Stock“ geführt, wo „eine Beraterin“ dem taz-Menschen die Aussicht zeigte: „Unten ragen die herzoglichen Burgen auf, die City, weiter hinten die Stahlfabriken, am Horizont die Ardennen“.

In Esch/Alzette, das ebenfalls auf dem Besuchsprogramm stand, hat es der taz dann aber nicht so gut gefallen, kostet das Bier hier zwar „nur zwei Euro“, aber „anders als in der Hauptstadt gibt es in Esch Bars ohne W-Lan“, und nur „ein paar Schritte vom historischen Marktplatz steht ein Sozialwohnungsblock, in dem Junkies Heroin kaufen“. Einen Politiker, wenn auch nur einen Ex-Grünen, traf die taz dann aber schließlich doch noch, nämlich Robert Garcia, der Luxemburg als „Schurkenstaat“ definierte. „Dass wir Parasiten sind, wissen wir doch seit 20 Jahren“, seien Kleinstaaten doch nicht überlebensfähig, „es sei denn, sie haben Rohstoffe oder Briefkästen“. Na bitte: Eisenerz und Schiefer haben wir ja wohl immer noch à gogo...