Das „Wort“ bilanziert die Abgeordnetenpräsenz bei den 33 öffentlichen Sitzungen der verflossenen Session und verteilt Zensuren: „Einsamer Spitzenreiter beim „Blaumachen“ ist Jean-Claude Juncker. Der CSV-Fraktionschef saß bei insgesamt 16 von 33 öffentlichen Sitzungen nicht im Plenum“. Was nicht wirklich verwundert, hechelte der Mann doch monatelang durch ganz Europa, um EU-Kommissionschef zu werden. Und die Oppositionsbank in der „Chamber“ - selbst als Boss der größten Fraktion - drücken zu müssen, war ohnehin nicht gerade „vergnügungssteuerpflichtig“, wie sich der Ex-Langzeitpremier ausdrücken würde. Vor allem die früheren christsozialen Ministeriumslenker sehen das wohl ähnlich. Fazit: „Die CSV verbucht als größte Fraktion im Parlament die meisten Fehlzeiten. Die 23 Parlamentarier hinterließen insgesamt 50 Mal einen leeren Stuhl“. Leer ist auch der Ministerstuhl auf dem „Wort“-Foto. Im Büro von Superminister Claude Meisch ist alles piccobello. „Kein Krimskrams, nichts persönliches. Dieser Mann lässt sich nicht vom Kurs abbringen“, zeigt sich die Redakteurin beeindruckt. In der Ferne aber stapeln sich die Akten. „Als Wirtschaftsmathematiker wird Claude Meisch wohl wissen: Chaos und Ordnung sind nicht voneinander zu trennen“. Das Gleichgewicht zu halten ist allerdings oft eine hohe Kunst.
Schwänzer
journal.lu - 21.08.2014

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