LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

In diesem Jahr sind Wespen besonders zahlreich

In diesem Sommer ist die Feuerwehr in Bettemburg schon oft wegen Wespennestern ausgerückt. „Innerhalb der letzten Woche waren wir zwölf mal draußen“, erzählt Jean-Jacques Schroeder, stellvertretender Wehrleiter bei der Feuerwehr in Bettemburg. Aber Nester müssen nicht unbedingt entfernt werden. „Wenn es Allergien gibt oder eine Gefährdung von Kindern, ist das sinnvoll. Aber sonst können sie bleiben“, meint Schroeder. Der Dienst ist nicht kostenlos. In Bettemburg schlägt das Entfernen eines Wespennestes mit 75 Euro zu Buche, in Hesperingen werden 120 Euro fällig. Einige Gemeinden entfernen keine Nester. Immerhin haben Wespen auch einen Nutzen. Sie fressen zahlreiche Insekten und bestäuben Blumen. Die Wespennester, die von einer Königin begründet werden, sind ein Jahr lang bewohnt und danach leicht entfernbar.

Großes Nahrungsangebot

„In diesem Jahr war es schon früh sehr warm, da gab es ein großes Nahrungsangebot“, erklärt Lea Bomblet, Beraterin bei „natur&ëmwelt“. Weil die Wespen früh mit dem Nestbau angefangen haben, werden sie auch früher sterben, glaubt die Naturschutzberaterin. „Ein Volk lebt bis Mitte oder Ende August, spätestens beim nächsten Frost ist es nicht mehr da“, sagt Bomblet. Ihrer Meinung nach stören die meisten Nester nicht und müssen auch nicht entfernt werden.

Ein Wespenvolk kann bis zu tausend Tiere zählen - ein Bienenvolk bis zu 50.000. Anders als Bienen verlieren Wespen den Stachel nicht mit dem Stich. Als wild lebende Tiere genießen sie Schutz - und sind in der Regel nicht aggressiv. Das gilt auch für ihre beeindruckenden Artverwandten, die Hornissen. Ein Hornissenvolk von 300 Tieren frisst bis zu zwölf Kilogramm Insekten in einem Sommer.