CLAUDE KARGER

Den „T“-Leitartikler plagen drängende Fragen: „Wo ist unser Juncker, der am 7. Mai 1997 die Rentenmauer, an der alles zerbricht, für den 1. Januar 2015 angekündigt hatte, wo sind all die schwarzen Propheten, wenn, hier und jetzt, der gesellschaftspolitische und der wirtschaftliche Sockel für die Zukunft zu errichten ist? Keine Ahnung, wo sie sind. Aber die Praxis zeigt, dass Luxemburg sehr gut „ohne“ vorankommt auf dem Weg in die Zukunft.“ Na, ersterer versucht in Brüssel eine Union zu regieren, die leider immer unregierbarer zu werden scheint. Die Daheimgebliebenen zeigen wenig Interesse, am besagten Sockel mitzubauen und machen lieber „Divide et Impera“-Politik, der nichts heilig ist, sogar der Nikolaus nicht! Ein Kommentator der Erzbistumszeitung fand am Samstag klare Worte zum „Kleeschen“-Gate: „Der CSV-Abgeordnete hat die erfundene Geschichte aufgeschnappt, um damit seiner Empörung Ausdruck zu geben, und vor allem aber auch, um daraus politisches Kapital zu ziehen. Das ist purer Populismus“. Woher der Nährboden für solche Gerüchte kommt, aber sollten sich die demokratischen politischen Kräfte hierzulande, die sich dauernd über populistische Entgleisungen anderswo aufregen, nicht bemühen, diesen, auf dem Übles gedeihen kann, abzutragen, statt ihn aus parteipolitischen Gründen ständig anzureichern?