LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Mordprozess „Schléiwenhaff“: Angeklagte sollen von Tat berichtet haben

Der Prozess um den getöteten Drogendealer und die junge Rumänin wurde am Donnerstag fortgesetzt. Vor der Kriminalkammer musste der Kronzeuge Andy O. aussagen. Er arbeitete von September 2015 bis November 2016 in der Sicherheitsfirma von K..

O. hatte den mutmaßlichen Mörder K. damals bei der Polizei gemeldet und den Ermittlern entscheidende Hinweise gegeben. Er stellte der Kriminalkammer Informationen zur Verfügung, die die Täterschaft des Angeklagten Lee K. beweisen sollen. Der 36-Jährige schilderte, wie sein Ex-Freund K. die Opfer im Auto erschossen haben soll. Das waren Informationen, die zu dieser Zeit noch nicht durch die Presse gegangen waren.

Er belastete K. mit zwei Morden. „Hues du dat héiren vum Schwarzen zu Léideleng?”, „Dat war ech, ech hun de Neger erschoss“, soll K. ihm gesagt haben. Dem Drogendealer habe K. 2.000 Euro abgenommen. K. sei ganz entspannt gewesen. „Das war reines Täterwissen, das sie besaßen“, sagte Staatsanwalt David Lentz. Im Haus von K. habe er den Pass des Nigerianers gesehen. K. hatte Andy ein Foto geschickt. Ein Foto mit einer blutverschmierten Hose und einer Pistole. Er wisse nicht genau, warum er das der Polizei nicht gemeldet habe. Motiv für die Tat seien Drogen und Geld gewesen. K. hätte immer in finanziellen Schwierigkeiten gesteckt. S. und K. waren keine Freunde, sagte der Zeuge. „Das waren Geldschlangen.“ Die Beziehung zwischen K. und S. „kam nur durch Geldgier zustande“, meinte Andy O.. Dem Verteidiger Pim Knaff bestätigte O.: „Ech hunn ni gesinn, datt den S. Drogen un de K. verkaf huet.“

Nur sieben Euro hatte das Opfer dabei

Am 14. November 2016 hätte er K. zum letzten Mal gesehen. O. spritzte K. regelmäßig Testosteron. K. nutzte das Zeug für den Muskelaufbau. An diesem Montagmorgen hätte das Auto seitlich bei der Mauer gestanden. Mit K. habe er diskutiert. Dabei habe ihm K. gesagt, dass er eine Prostituierte umgebracht habe. Während der Fahrt hätte er der Frau in den Kopf geschossen. Sie wäre nicht sofort tot gewesen, sie hätte noch geröchelt. Sieben Euro habe K. der Prostituierten abgenommen. „Klont hat nëmme siwen Euro bei sech”, hätte K. gesagt und „Ech soll de Bak halen. Soss kéint ech jo den Nächste sinn.“

Vor dem Mord an der Prostituierten hatte K. einem Zeugen die Waffe mit dem Schalldämpfer gezeigt. Beide Männer haben zusammen in einem Fitnesscenter in Hesperingen trainiert. „Ech hunn ëppes Schlëmmes gemat“, hätte K. ihm mitgeteilt. Der Zeuge sei dann in das Auto von K. gestiegen. Den roten Fleck im Auto identifizierte er nicht als ein Blutfleck. Einer sei gefahren, einer habe geschossen, hätte K. ihm mitgeteilt.

Am 9. November 2016 stand K. 37 Mal in Kontakt mit diesem Zeugen. Um 21.52 schickte K. diesem Zeugen eine SMS. Das war nach dem Mord am Drogendealer. Die Vorsitzende Richterin wollte wissen, was K. ihm geschrieben habe. „Es ging immer um Drogen“, meinte er. Auch diese SMS hatte der Mann gelöscht. „Warum ich nicht reagiert habe, als K am nächsten Tag in Düdelingen zwei Waffen verkaufte, weiß ich nicht. Ich hatte ihm Geld geliehen, das wollte ich zurückhaben.“


Der Prozess wird am Dienstag,

5. November fortgeführt.