LUXEMBURG
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Giftköderangriffe auf Tiere: Täter kaum zu fassen

Sie tauchen immer wieder auf: Fleischköder, gespickt mit Giftpellets oder sogar Metallstücken, die vor allem Hunde schneller verschlucken, als ihre Frauchen oder Herrchen gucken können. Die perfiden Fallen sollen bereits einige Tiere das Leben gekostet haben, schreibt der Piraten-Abgeordnete Marc Goergen in einer parlamentarischen Frage an die Minister für Landwirtschaft, Umwelt und Wirtschaft. Er will wissen, ob die Regierung über die Fälle Bescheid was, wie viele Übeltäter bereits erwischt wurden und was zu tun wäre, um solche Vorfälle zu vermeiden.

Aus der Antwort von Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP) erfährt er allerdings nicht sonderlich viel.

Denn weder das Landwirtschaftsministerium noch die zuständige Verwaltung seien mit den Vorfällen befasst worden, die sie aus der Presse erfahren haben.

„Normalerweise wenden sich die Leute an die Polizei, die ein Protokoll erstellt und die Klage an die Staatsanwaltschaft weiterreicht“.

Schneiders Ministerium hat also keine Statistiken, weiß aber, dass es „ziemlich schwierig ist, einen Täter zu ermitteln, es sei denn, er würde auf frischer Tat ertappt werden“. Oft sei es auch schwer, nachzuweisen, dass ein Tier vergiftet wurde und vor allem, um welches Gift es sich handele.

Ein präventives Vorgehen gegen Tierhasser sieht der Minister auch als schwierig an. „Aber es ist wichtig, dass wenn ein Täter erwischt und verurteilt wird, dissuasive Strafen angewendet werden.“

Bis zu 200.000 Euro Geldbuße und bis zu drei Jahre Haft

Die Vergiftung eines Tieres werde als Tierquälerei angesehen. Darauf stehen Strafen von maximal 200.000 Euro Geldbuße, respektive drei Jahre Freiheitsentzug.

Derzeit befasst sich auch eine Petition mit der Giftköderproblematik: Das Begehren mit der Aktennummer 1467 fordert ein Verkaufsverbot etwa von Rattengiften in Supermärkten. Die Substanzen sollen nur von qualifizierten Profis gehandhabt werden dürfen. Außerdem werden exemplarische Strafen für Hunde- oder Katzenkiller gefordert. Bis gestern hatten rund 430 Bürger die Petition unterzeichnet.