LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

Zwei, die sich ergänzen: Grégory Jeunejean und Robert Viola in der Galerie Schortgen

Wenn man dieser Tage die Galerie Schortgen besucht, erlebt man eine erstaunliche, teils sogar etwas verwirrende Zeitreise und fühlt sich in einen Science-Fiction-Film der 1950er Jahre versetzt. Roboter haben die Kunstgalerie in der Rue Beaumont erobert. Schuld ist der in Lüttich lebende Künstler Grégory (genannt Go) Jeunejean.

Roboter-Skulpturen aus Schrott

Jeunejean selbst ist sozusagen im Spielzeugladen seiner Familie aufgewachsen. Dort nahm seine Inspiration zweifelsohne ihren Ursprung. Diesen kindlichen Blick behielt er auch als Erwachsener. Die Verspieltheit ist bis heute nicht aus seinen Werken gewichen. Sie vermischt sich schließlich mit dem Science-Fiction-Kult der 1950er Jahre. Jeunejean ist ein eklektischer Künstler, der bei seinen Roboter-Skulpturen mit Holz, Plastik und Metall arbeitet. Besonders markant ist indes, dass er Abfallmaterialien aus der Industrie verwendet und ihnen somit in gewisser Weise neues Leben einhaucht. Seine Roboter erschafft er aus Schrott. Das können alte Schaltknöpfe sein, verrostete Schraubschlüssel, abgenutzte Schläuche, rustikale Minenlampen, Autoteile, Rührhaken vom Mixer oder sogar eine Trockenhaube. Der Fantasie von Jeunejean sind definitiv keine Grenzen gesetzt.

Technische Errungenschaften und ihre Auswirkungen

Neben Jeunejean stellt derzeit noch ein anderer Künstler in der Galerie Schortgen aus: Robert Viola aus Villerupt. Seine Gemälde ergänzen die Werke von Jeunejean rein optisch - wegen der rostig-braunen Farbtöne - sehr gut. Zufall kann es also nicht sein, dass beide Künstler zusammen gezeigt werden. Auch thematisch liegen die beiden nicht so weit voneinander entfernt, wie man auf den ersten Blick meinen könnte. Bei genauerem Hinschauen erkennt man nämlich schnell, dass auch Violas Werke sich mit Maschinen und der Technik beschäftigen. Der große wirtschaftliche Wandel und die damit verbundenen Konsequenzen für die Gesellschaft haben ihn markiert. Die mit der Globalisierung und den technologischen Fortschritten verbundenen Entwicklungen spiegeln sich in seinen Bildern wider, beziehungsweise zeigt der Künstler in seinen Werken, was diese Errungenschaften insbesondere in der Natur anrichten. Besonders die Abholzung der Regenwälder wird in Werken unter dem Titel „rainforest holocaust“, „Monsters“ oder „green cathedral massacre“ thematisiert. Seine eingängigen Bilder regen zwar zum Nachdenken an, ohne dass man aber das Gefühl hat, dass der Künstler belehren will. Viola benutzt verschiedene Techniken, vermischt Acryl- mit Ölfarbe, fügt Schrift- sowie grafische Elemente hinzu und bedient sich teilweise auch Elementen der bildenden Kunst. Das Prinzip der Collage findet sich in nahezu allen Werken, die sich noch dazu durch ein Spiel zwischen dunklen und hellen Tönen auszeichnen.

Die Werke der beiden Künstler werden noch bis zum 8. Dezember gezeigt und können natürlich auch gekauft werden.


Infos und Öffnungszeiten unter www.schortgen.lu