LUXEMBURG
PATRICK VERSALL

Astro veröffentlicht am 23. September sein Album „Passé & Vécu“

Surft der User durch die unendlichen Weiten des Netzes und legt bei einem Video des luxemburgischen Künstlers Astro einen Zwischenstopp ein, drängt sich unweigerlich die Frage auf, ob es sich bei dem Luxemburger um einen Musiker oder doch einen Lyriker handelt. Der Sohn eines Iraners und einer Belgierin sieht sich als „Basic Artist“, der seine autobiografischen Texte von befreundeten Musikern vertonen lässt.

Seine Kunst ist eine Melange aus R’n’B, Zouk, HipHop und Slam; er selber könne nicht ohne Musik leben, erklärt er im „Journal“-Gespräch. Seine literarischen Texte, die sich durch eine äußerst direkte Sprache auszeichnen, könnte man zweifelsohne auch zwischen zwei Buchdeckel packen und auf diesem Weg unters Volk bringen.

Musik im Gepäck

Astros Steckenpferd ist jedoch zweifelsohne die Musik, die ihn auf Schritt und Tritt begleitet; eine Veröffentlichung in Buchform kommt demnach nicht in Frage. „Ich bin nicht derjenige, der sich im Urlaub mit einem Buch unter dem Arm an den Strand hockt“, so der Künstler.

Am 23. September veröffentlicht Astro sein neues Album „Passé & Vecu“, das auf die Single „My Girl“ folgt. Astro, der 1998 über den HipHop zur Musik kam und bis Ende 2012 seine Karriere auf Eis gelegt hatte, strebt keineswegs nach Ruhm und hohen Verkaufszahlen.

Ende vergangenen Jahres hat der Künstler seine Karriere relauncht, wie es auf Neudeutsch heißt, zeigte einige Videos auf dem Video-Online-Portal „Youtube“. 80% der Musiker würden seines Erachtens nur Platten releasen, um Ruhm und Anerkennung zu erhaschen.

Für ihn stelle die Musik eine Therapiemethode dar, die neue Platte eine Biografie der letzten zehn Jahre. Auf die erste Single „My Girl“ habe ein komplettes Album folgen müssen, so Astro. Er habe nämlich festgestellt, dass er eine gewisse Lebensphase durchlebe, „My Girl“ spiegele lediglich zehn Prozent dieser Phase wider. Die restlichen 90% mussten also noch folgen. In seinen Texten geizt der Musiker nicht mit Emotionen, entblößt sein Seelenleben vor einer Gesellschaft, deren Hypokrisie er anprangert. „Ich schneide auf meiner neuen Platte Themen an, die man nicht unbedingt gerne preis gibt“, so Astro, „jeder durchschreitet depressive Phasen im Leben.“

Keine professionelle Karriere

Die neuen Titel müssen keineswegs jedermann munden, das Feedback des Publikums braucht er dennoch. Alleine im stillen Kämmerlein Texte zu verfassen, die anschließend in einer dunklen Schublade verschwinden, um dort ihr Dasein zu fristen, kommt für ihn nicht Frage. Seine Kunst ist und bleibt sein Hobby, Gedanken an eine professionelle Karriere vergeudet er keine.
Astro: „Passé & Vécu“. Erscheint am kommenden
23. September als CD und Download. Die CDs sind in allen
bekannten Plattenläden und CD-Shops erhältlich