CLAUDE KARGER

„Sei ein Fuchs, lern‘ von LUX“, sensationalisierte dieser Tage die Saarland-„Bild“, deren offensichtlich adlige Reporterin, eine Frau „von Nebenan“, sechs Dinge aufzählen musste, die man sich vom Ländchen abgucken könne. Darunter natürlich der stattlichste Mindestlohn Europas, kein Preiskampf an der Zapfsäule, der Bald-„Gratis“-öffentliche Transport - dem laut „Revue“ Leitartikler noch ordentlich auf die Sprünge geholfen werden muss: „wer auf einem maroden und nach 70er Jahre Ostblockcharme anmutenden Bahnsteig in Esch in der Kälte auf einen Zug wartet, der nie oder verspätet kommt, der steigt früher oder später wieder auf sein PKW um“. Neidisch sein könne das Saarland aber auch darauf, dass das Großherzogtum sogar einen eigenen Superheld habe. Sie wissen schon, der Jhemp, der dauernd „Kachkéis“ futtert. Dabei hat die Saar doch längst Heinz Becker, der die Kleinkariertheit in der Gesellschaft mit skalpellpräzisem Röntgenblick entlarvt. Sogar ohne Dibbelabbes und Lyoner. „Hauptsach‘ gudd gess“, nicht wahr? Dachten wohl auch die „Revue“-Jahresrückblicker, denen offensichtlich irgendwann im Oktober die Schlagzeilenkreativität ausging. So betitelten sie den Text über den neu/alten Premier mit: „I‘m blue da ba dee, da ba daa“. Sei ein Fuchs, hör‘ beim Dichten keine schlechte E-Mucke aus Italien...