LUXEMBURG
LJ

„Sollbruchstelle“: Künstler Max Mertens stellt in der Annexe22 aus

Leicht ist die Zeit momentan auch für Künstler nicht. Doch langsam kehrt man in den Kunstgalerien, Museen und Kulturinstitutionen wieder zur Normalität zurück, wenngleich natürlich zu einer neuen Normalität. Um Kunstschaffende in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen, stellt die künftige Europäische Kulturhauptstadt Esch2022 ihnen in der Annexe22 in Esch/Alzette eine Plattform  zur Verfügung.  Seit dem 25. Juli und noch bis zum 5. September zeigt der Luxemburger Künstler Max Mertens dort seine Installation „Sollbruchstelle“.  Die Arbeit kann auch bei einem virtuellen Rundgang erkundet werden.

Kreativer Akt der Zerstörung

Das Existierende zerlegen, erweitern und neu denken – das will der Künstler bei seinen Arbeiten tun, so auch bei dieser Installation. Mit dem Begriff „Sollbruchstelle“ ist indes eine vorhersehbare Stelle an einer Struktur oder Konstruktion gemeint, die bei Belastung oder Überlast bricht. Fasziniert von den selbstzerstörenden Werken des Schweizer Künstlers Jean Tinguely, sticht in diesem neuen Werk von Max Mertens der kreative Akt der Zerstörung hervor. Denn durch das Betreten der Annexe22 lösen die Besucher einen Mechanismus aus, durch den die Skulptur sich selbst beschädigt und demnach ständig verändert, wie Mertens erklärt: „Das Werk zeichnet sich durch den ästhetischen Prozess der Abnutzung aus. Es wird am Ende nicht mehr das Gleiche sein, wie noch am Anfang – gerade das macht es für mich so spannend.“

Zweckentfremdet

Dass bei seiner Weiterführung der Arbeit „wrecking-hammer“ von 2014 ein herkömmlicher Hammer zum Einsatz kommt, ist schon fast typisch für Max Mertens Kunst. Denn oft entnimmt der Künstler Alltagsgegenstände, deren Funktion jedem geläufig sind, ihrem üblichen Kontext, um sie anschließend in einen neuen zu setzen – mit dem Ziel, neue Identitäten und Geschichten zu kreieren und den erzählerischen Skulpturenbegriff in den Fokus zu setzen.

„Sollbruchstelle“ zeigt einmal mehr, dass Mertens es versteht, das Alltägliche auf spielerische Art und Weise neu zu definieren und daraus partizipative Elemente zu schaffen. Die vertrauten Elemente erzeugen dabei emotionale Verbundenheit und erlauben die Interaktion der Besucher mit dem Kunstwerk.  

Die Annexe22 findet man in Esch/Alzette am Brillplatz (Place de la Résistance). Öffnungszeiten: Donnerstag-Freitag: 14.00-18.00; Samstag-Sonntag: 11.00-18.00. Virtueller Rundgang via Facebook und unter www.esch2022.lu