LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Quest-Umfrage zeigt: Die Lebensqualität im Alter ist sehr hoch

Erstaunliche 91 Prozent der Senioren sind in Luxemburg Eigentümer ihrer Wohnung und auch sonst scheint es sich derzeit im Alter ganz gut leben zu lassen. Die Marktforscher von „Quest“ gingen kürzlich den Lebensbedingungen und der Lebensqualität von Senioren in Luxemburg auf den Grund. Befragt wurden 500 Personen ab 70 Jahren, davon 300 Frauen und 200 Männer. Die Resultate sind ausgesprochen positiv mit relativ geringen Schwankungen, wenn man es auch noch aufschlüsselt.

81 Prozent zufrieden mit der Pension

Dabei ging es zunächst um die Altersbezüge: Eine sehr große Mehrheit von 81 Prozent ist zufrieden bis sehr zufrieden mit ihrer Pension. Nur zehn Prozent zeigen sich nicht (sieben Prozent) oder gar nicht (drei Prozent) zufrieden. Bei den Frauen (77 Prozent) ist die Freude im Gegensatz zu den Männern (87 Prozent) etwas weniger ausgeprägt. Das Gegenteil gilt für Hauseigentümer: 82 Prozent von ihnen sind zufrieden, bei den Nicht-Wohnungseigentümern sind es immerhin noch drei von vier (73 Prozent). Etwas klarer ist der Unterschied zwischen den pensionierten Staatsbeamten und den Freischaffenden: Hier heißt es 87 Prozent Zufriedene bei ersteren und 75 Prozent bei letzteren.

Angenehme Kaufkraft

Mehr als sieben von zehn (72 Prozent) sagen, dass ihre Kaufkraft ihnen ein angenehmes Leben erlaubt: 67 Prozent sind es bei den Frauen und 80 Prozent bei den Männern. Vier Prozent geben gesamt gesehen an, sich einschränken zu müssen, um die Enden zusammenzubringen, 15 Prozent sind es verständlicherweise bei denen, die ihre Wohnung mieten müssen. Und auch bei der Kaufkraft zeigt sich, dass Beamte im Ruhestand zufriedener sind als ehemalige Freischaffende, denn 81 Prozent verweisen auf eine relativ bis sehr komfortable Situation im Alter, während es weniger als zwei von drei (62 Prozent) bei den freien Berufen sind.

Die Forscher fragten auch: Wie bewerten Sie die Kontakte und den Austausch, den Sie mit anderen Personen haben? Hier zeigten sich neun Prozent „alleine und isoliert“, zehn Prozent hatten wenig soziale Kontakte, aber immerhin 74 Prozent zeigten sich zufrieden mit ihrem „social life“. Senioren fühlen sich auch zu einem sehr hohen Anteil (83 Prozent) respektiert von der Gesellschaft.

Nur jeder zweite ist zufrieden mit Service bei Banken

Probleme haben sie allerdings mit dem Service bei Banken: Nur etwas mehr als die Hälfte (54 Prozent) meint, dass die Dienstleistungen gut an Personen über 70 angepasst sind. Ganz anders sehen sie Supermärkte - 79 Prozent sind zufrieden -, Verwaltungen (78 Prozent) und den öffentlichen Transport, wo 72 Prozent die Dienste für angepasst halten.

Nun zu den neuen Technologien. Bei den Smartphones zeigt sich die Entwicklung ganz deutlich: Während bei den über 80-Jährigen immerhin noch jeder vierte (24 Prozent) ein solches Gerät nutzt, ist es bei den 70-80-Jährigen schon jeder zweite. 57 Prozent der Senioren haben Internet zu Hause und 49 Prozent nutzen auch einen Computer.

Da ist es nicht erstaunlich, dass die Hälfte der Befragten sagt, es sei negativ, dass sich immer mehr auf den elektronischen Handel konzentriert wird, denn es vernachlässigt ältere Personen.

Dass die Reiselust auch im Alter noch durchaus vorhanden ist, ist eigentlich bekannt. 53 Prozent der Befragten war denn auch in den letzten 12 Monaten im Urlaub und 37 Prozent waren es noch bei den über 80-Jährigen. Insgesamt nahm dazu jeder Dritte das Flugzeug. Das klingt doch alles recht ermutigend.