LUXEMBURG
JÉRÉMIE DECOUCHANT

Jérémie Decouchant hat mit seiner Kollegin ein Verfahren entwickelt, das sensible DNA-Informationen schützt. Diese sehr persönlichen Daten werden sonst oft ohne Wissen der Betroffenen an Pharmafirmen oder andere Personen verkauft. Darüber hinaus befinden sie sich auf Servern der großen US-Unternehmen wie Amazon oder Google, die oft anderen Datenschutzregeln unterliegen.

„In der menschlichen DNA ist viel Information enthalten und die braucht viel Platz, wenn sie entschlüsselt ist. Deshalb wird sie meist auf großen Servern von Apple, Google, Microsoft, Amazon oder ähnlichen Unternehmen gespeichert. Das sind sehr sensible, persönliche Informationen. Doch sie werden unserer Meinung nach nicht ausreichend geschützt. Denn viele Unternehmen, die DNA sequenzieren, also aufschlüsseln, verkaufen die Informationen hinterher ohne das Wissen der Betroffenen; beispielsweise an Pharmafirmen. Das untergräbt natürlich Vertrauen und ist sehr negativ für die Entwicklung einer personalisierten Medizin. Deshalb haben wir den GenoMask Pathfinder entwickelt. Denn wir wollen ein solches Vermarkten persönlicher Daten verhindern. Wir wollen die Menschen schützen.

In Luxemburg läuft viel Forschung im Bereich Biohealth am ‚Luxembourg Institute of Health‘, der Universität oder dem ‚Luxembourg Center for Systems Biomedicine‘. Diese Recherche zielt auf die Nutzung der Daten ab. Es ist also auch im Interesse des Landes, dass solche Daten nicht einfach vermarktet werden. Wir haben bereits 2019 ein Patent angemeldet und stehen vor einer weiteren Anmeldung. Der ‚Fonds National de la Recherche‘ unterstützt uns.

Die Datenentschlüsselung geschieht meist durch kleine Tropfen von Blut oder Speichel. Es ist wichtig zu wissen, dass nur drei Prozent der DNA variabel sind. In unserer Methode stellen wir zur Sicherheit zehn Prozent zur Seite. Die Gründe, warum Kunden eine solche Sequenzierung wollen, sind sehr unterschiedlich und reichen von Tests zur Elternschaft über seltene Krankheiten bis hin zur Entschlüsselung der Herkunft. Immer jedoch sind es sehr persönliche Daten. In den USA haben die Menschen den Kampf um ihre Daten, um ihr Privatleben schon verloren. Hier ist es noch möglich, ihn zu gewinnen. Dazu müsste eine Klausel ins Gesetz, nationale Gesundheitsdienste und Krankenhäuser, deren Server in der Regel schlecht geschützt sind, müssten das verlangen. Denn die Daten sind gefährdet.“