LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Europaparlamentspräsident Martin Schulz auf offizieller Visite in Luxemburg

Wer sich gestern in der Abgeordnetenkammer ein Showdown zwischen den beiden aussichtsreichsten Kandidaten für den Posten des EU-Kommissionspräsidenten erwartet hatte, nämlich dem Spitzenkandidaten der europäischen Sozialisten und Sozialdemokraten Martin Schulz und seinem konservativen Counterpart Jean-Claude Juncker, der sollte enttäuscht werden, weilte Schulz doch als Präsident des Europaparlaments auf offizieller Visite in Luxemburg, sodass sich Juncker in seiner Eigenschaft als CSV-Fraktionsvorsitzender dann auch jede Frage verkniff. Respekt!

Eine Frage pro Partei

Diese stellte stattdessen der beigeordnete Fraktionschef der CSV, Claude Wiseler, durfte doch gestern Nachmittag anlässlich des hohen Besuchs aus Brüssel jede im Parlament vertretene Partei genau eine Frage stellen, so wie dies bei derartigen Manifestationen so üblich ist. Sogar ein Vertreter der „déi Lénk“, Justin Turpel, durfte seine Frage (zur unsozialen Krisenpolitik der EU) loswerden, aber man habe ihm ja auch im Vorfeld gesagt, dass er, wenn er artig sei, seine Frage stellen dürfe.

Die Rede von Martin Schulz selbst, der übrigens keinen Spickzettel brauchte, war indes erfrischend kurz und gänzlich unpathetisch. Der Hinweis, dass er sich Luxemburg sehr verbunden fühle - „weil ich ein Nachbar Luxemburgs war und bin“ - durfte dann aber trotzdem nicht fehlen.

Bei seiner Luxemburg-Visite kam Martin Schulz dann auch noch mit Premier Bettel zusammen und wurde von Großherzog Henri in Audienz empfangen.