LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

LSAP arbeitet an sozialistischem Leitfaden - Statutenreform bis 2016 angestrebt

Da die so genannte Sommerakademie der LSAP alljährlich erst im Herbst organisiert wird, tut es auch nicht wundern, dass die Ergebnisse dieser Akademie nicht eher als gestern, also pünktlich zum meteorologischen Winteranfang vorgestellt wurden, derweil der LSAP-Kongress aber im Frühling stattfindet.

Als eigenständige Partei angesehen werden

Bis dahin haben sich die LSAP-Oberen um Parteichef Claude Haagen so einiges vorgenommen, unter anderem die Ausarbeitung eines sozialistischen Leitfadens, der auf einem der nächsten Kongresse verabschiedet werden soll; bis 2016 wird eine Statutenreform angestrebt, um die interne Organisation zu verbessern. Neben einer besseren internen Kommunikation, und das ergaben die Diskussionen auf der Sommerakademie wie auch die Schlussfolgerungen eines
Orientierungspapiers, muss sich die LSAP nach außen hin besser verkaufen, um wieder als eigenständige Partei angesehen zu werden, die für soziale Gerechtigkeit und eine fortschrittliche Politik stehe, wie Generalsekretär Yves Cruchten sich ausdrückte.

Elektorale Talfahrt bremsen

Die LSAP stehe ganz klar „links von der Mitte“, habe dort aber inzwischen mehr Konkurrenz bekommen. Zunehmend Probleme bereiten würden der LSAP ebenfalls Themenparteien wie die adr und die Piratepartei, wie auch die Zunahme des Individualismus in der Gesellschaft, stünden die Sozialisten doch für den Kollektivismus.

Auslöser für die internen Beratungen über die programmatische Ausrichtung der Partei ist indes die elektorale Talfahrt der vergangenen Jahre ( bei den Europawahlen verbuchten die Sozialisten sogar nur noch knapp zwölf Prozent), die nun gebremst werden soll. Laut LSAP-Parteichef Claude Haagen soll sich der Erneuerungsprozess dann auch über mehrere Jahre hinziehen, um voraussichtlich im Jahre 2016 abgeschlossen zu werden. Dann soll auch eine Rekrutierungskampagne für potenzielle neue Mitglieder anlaufen.

Vizepräsidentin Taina Bofferding bezeichnete die LSAP ihrerseits als „große Familie“, in der natürlich auch mal gestritten werde; nun gehe es darum, intern die Diskussionskultur zu entfachen und den Dialog mit der Zivilgesellschaft zu verbessern.