Dass der Körper im Alter nicht mehr so leistungsfähig und belastbar ist wie in jungen Jahren, das ist allgemein bekannt. Weniger bekannt ist aber, dass die Empfindungsfähigkeit der Füße ebenfalls nachlässt. Und diese abnehmende Fähigkeit kann dazu führen, dass gefährliche Situationen zu spät oder auch gar nicht mehr wahrgenommen werden - was wiederum besonders im hohen Alter zu Stürzen führen kann.
Wissenschaftler des Harvard’s Wyss Institute haben nun besondere Schuheinlagen entwickelt, die durch leichte Vibrationen die Gefühlssensoren der Füße wieder reaktivieren sollen.
Energie wird in unbewusste mechanische Bewegung umgesetzt
Die Technik dieser elektrischen Schuhsohlen ist dabei eher simpel gehalten. Im Innenteil der Einlagen befinden sich zwei sogenannte Aktuatoren.
Diese werden über eine aufladbare Batterie in der Zunge des Schuhs mit Energie gespeist und wandeln diese Energie in mechanische Bewegungen um. Hierdurch entsteht eine leichte Vibration, die allerdings als so gering einzustufen ist, dass sie vom Nutzer der Einlage nicht wahrgenommen wird. Ein nerviges Summen oder ähnliches ist also nicht festzustellen, wie die Universität präzisiert.
Die Wissenschaftler sprechen hier von „Stochastischer Resonanz“. Alters- und krankheitsbedingte sensorische Verluste können durch eine Stochastische Resonanz-Therapie beispielsweise rückgängig gemacht werden.
In dem Uni-Test und den unterschiedlichen Experimenten wurde gezeigt, dass „diese leichte Vibration zu einer enormen Verbesserung des Gleichgewichtssinns und der Gangsicherheit führt“, bilanzieren die Wissenschaftler. Der Gang des Schuhträgers wird also nicht durch ein ungewohntes Summen an den Füßen beeinträchtigt.
Deutliche Verbesserung des Gangs
Im Test des Harvard’s Wyss Institute wurden Senioren im Alter zwischen 65 und 90 Jahren mit diesen neuartigen Einlagen ausgerüstet. Wie die Wissenschaftler ausführen, kam es schon rein optisch zu einer deutlichen Verbesserung des Gangs.
Auch schwankten die Senioren weniger und hätten eine „direktere Schrittsetzung“ gezeigt. Das nächste Ziel sei, im Rahmen einer Langzeitstudie noch genauere Daten zu erlangen.


