LUXEMBURG
PATRICK WELTER

11. Sicherheitstag der CFL unter dem Motto „Ech komme gesond heem“

Das wollen wir doch alle: Abends wieder gesund nach Hause kommen. Entsprechend hatte die nationale Eisenbahngesellschaft CFL gestern ihren elften Sicherheitstag unter das Motto „Ech komme gesond heem“ gestellt.

Schon bis zum Mittag hatten 1.100 Mitarbeiter die verschiedenen Stände und Workshops im zentralen Busdepot der CFL in Bonneweg besucht, bis zum Abend wurde mit insgesamt 1.500 Besuchern gerechnet - was dem Durchschnitt der bisherigen Teilnehmer an den Sicherheitstagen entspricht. Womit sich dann ein gutes Drittel der CFL-Belegschaft, aktiv mit dem Thema „Arbeitssicherheit“ beschäftigt haben wird. Erleichtert wurde ihnen das ganze dadurch, dass es eine Veranstaltung war, die meistens ohne „Frontalunterricht“ auskam und die Mitarbeiter ganz konkret in die Workshops mit einbezog, außerdem gab es einen geselligen Rahmen mit Bratwurst und alkoholfreien Getränken.

Sicherheit umfasst den ganzen Menschen

Wie Doris Horvath, die Sicherheitschefin der CFL dem „Journal“ gegenüber erklärte, resultiert der große Erfolg des „Sicherheitstages“ daraus, dass sich dort Mitarbeiter für Mitarbeiter engagieren und das meiste auf Teamarbeit basiert. Dabei würden auch die gewohnten Grenzen zwischen den Direktionen, also den Unternehmensteilen, überwunden. Bei über 4.400 Mitarbeitern sei es begrüßenswert , dass die Zahl der Arbeitsunfälle kontinuierlich fällt, so Horvath. Aber jeder sollte sich des Risikos bewusst sein, von einem Arbeitsunfall getroffen zu werden.

Bei der Sicherheit gehe es auch um Kompetenzen, eben um „Leadership“, die den Mitarbeitern wichtige Aspekte wie Sicherheit vermittelt. Im Zentrum der CFL-Philosophie stehe der Mensch im Ganzen. Daher dehne sich der Sicherheitsbegriff auch auf die Gesundheit aus, wie uns die Sicherheitschefin erklärte. „Wem es gut geht, der macht auch seine Arbeit gut und sicher!“

Früher habe bei der CFL, wie bei jedem Eisenbahnunternehmen, die Betriebssicherheit, die Sicherheit von Zügen und Passagieren, absolut im Fokus gestanden, heute stehe die Arbeitssicherheit gleichrangig daneben.

Quer durch den Themengarten

Die Workshops und Vorträge nahmen den ganzen Tag ein. In der Mittagszeit besuchten CFL-Generaldirektor Marc Wengler und die leitende Regierungsrätin Félicie Weycker, in Vertretung von Transportminister Bausch, zusammen mit anderen Ehrengästen den „Sicherheitstag“.

Das Programm der Workshops war ausgesprochen vielfältig. Dazu zählten exotische Themen wie die Nutzung eines „Exo-Skeletts“ oder Aero-Yoga für den Rücken, genauso wie die ganz klassische „Arbeitssicherheit“ - Sicherheitsschuhe, Schutzbrille, gesicherte Gerüste etc. - oder die Lagerung von Gefahrstoffen. Mobbing und Drogen waren auch ein Thema, ebenso wie Ladungssicherung auf Straße und der Schiene. Der Umgang mit Hochspannungselektrizität gehört bei der Bahn praktisch zum Alltag, aber Routine kann tödlich sein - also wurde auch daran erinnert. Mitarbeiter der DB zeigten den luxemburgischen Kollegen eine Schulung via „Virtual Reality“. Mit VR-Brille auf dem Kopf und entsprechenden Sensoren an der Hand wurde auch das virtuelle Entkoppeln eines Güterwaggons zur gefühlten Schwerarbeit.

Immer mehr Mitarbeiter,sinkende Unfallzahlen

Ein kurzer „offizieller“ Teil des Sicherheitstags wurde mit dem schon traditionellen Video-Vortrag „Der Sécherheet eng Stëmm“ eröffnet, in dem CFL-Mitarbeiter aller Ebenen und aus allen Bereichen alljährlich von ihren Erfahrungen mit der Arbeitssicherheit berichten. Doris Horvath betonte bei der Vorstellung des Films „Eisenbahn ist Teamarbeit“.

Für Generaldirektor Marc Wengler ist besonders wichtig, dass sich in einem Zeitraum von 30 Jahren die jährliche Zahl der Arbeitsunfälle mehr als halbiert hat - 2018 waren es „nur“ noch 166 -, während sich die Zahl der Mitarbeiter im selben Zeitraum auf 4.600 verdoppelt hat.