LUXEMBURGCHRISTIAN BLOCK

Pilotprojekt für Polizeieinheit im öffentlichen Transport geplant

In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Zwischenfällen im öffentlichen Transport. Nun wird innerhalb des „Comité de pilotage“ für die Sicherheit im öffentlichen Transport über die Einrichtung einer Polizeieinheit gesprochen, die speziell für die öffentlichen Verkehrsmittel zuständig wäre. Wie die Eisenbahner-Gewerkschaft Syprolux gestern mitteilte, habe Transportminister François Bausch (déi gréng) zugesichert, ein Schreiben an den Minister für innere Sicherheit Etienne Schneider (LSAP) zu richten, um gemeinsam ein Pilotprojekt in diesem Sinne auszuarbeiten. Die Gewerkschaft zeigt sich mit dem Verlauf der Gespräche zufrieden. Damit sei eine „jahrelange Forderung“ der Gewerkschaft aufgegriffen und diskutiert worden.

18 Prozent mehr Übergriffe auf Personal

Für das Syprolux sprechen die Zahlen deutlich für die Notwendigkeit einer solchen Einheit. Von 2013 auf 2014 sei die Zahl der Übergriffe gegenüber Bahnpersonal um 18 Prozent gestiegen. Der LCGB wies gestern darauf hin, dass die gestern vorgestellten Zahlen kaum die Situation der Busse im Privatsektor widerspiegele.

Vor zwei Wochen wurde eine Zugbegleiterin im Ettelbrücker Bahnhof Opfer eines Angriffs. Nachdem sie einen Mann darauf hingewiesen hatte, dass das Überqueren der Bahngleise verboten sei, schlug dieser der Beamtin ins Gesicht. Darüber hinaus würde eine solche Einheit auch die Sicherheit und das Sicherheitsgefühl der Fahrgäste erhöhen. „Nur eine spezialisierte Polizei-Einheit (...) kann dauerhaft für mehr Sicherheit für Passagiere und Personal sorgen“, heißt es in der Mitteilung von Syprolux

Das „Comité de pilotage“ war 2006 ins Leben gerufen worden, nachdem es zu verschiedenen Zwischenfällen gekommen war und sich Angriffe auf CFL-Beamte mehrten. In diesem Komitee sind Vertreter des Transportministeriums, von Betreibern (CFL, RGTR, TICE, AVL), des Gemeinde- und Städteverbunds (Syvicol) sowie von Gewerkschaften vertreten.

Eine andere Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit in öffentlichen Verkehrsmitteln ist der Alarmknopf, der in Bussen zum Einsatz kommt und dem Fahrer ermöglicht, die Zentrale per Knopfdruck über einen Angriff zu informieren. Im Vorfeld der Sitzung des „Comité de pilotage“ gestern hatte der LCGB darauf hingewiesen, dass diese Maßnahme bereits teilweise in verschiedenen Verkehrsunternehmen eingeführt wurde. Die Installation von Kameras in RGTR-Bussen befinde sich indessen immer noch „en suspens“. Ebenso müssten die Alarmknöpfe schnell umgesetzt werden.