LUXEMBURG
MARIA WIMMER

Sechs Luxemburger reisen heute im Namen der asbl „Catch a smile“ nach Idomeni

Catch a smile“ heißt die asbl, die den gestrandeten Flüchtlingen in Idomeni, Chios oder anderen Orten in Griechenland, dem Balkan und dem französischen Dunkerque in ihrer schwierigen Lage ein Lächeln bringen will. Heute machen sich sechs Luxemburger im Alter von 24 bis 60 Jahren mit dem Flugzeug auf den Weg nach Athen, um von dort weiter nach Idomeni zu reisen und um vor Ort zu helfen. Vor einer Woche ist ein Transport mit Hilfsgütern nach Idomeni gestartet - mit Rollstühlen, Krücken und Kleidern. In Chios, einer griechischen Insel vor der türkischen Küste, hat der Verein unter anderem Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aus dem Meer versorgt.

Zelte, Decken und Kleidung

Eine Gruppe von Freunden hat im November beschlossen, Hilfstransporte in Flüchtlingslager zu organisieren und im Januar die asbl gegründet. Der Verein fragt vor Ort nach, was an Hilfsgütern benötigt wird und sammelt diese gezielt. „Zelte, Decken und Kleidung wird eigentlich immer gebraucht“, sagt Marcus Recktenwald. Er selbst war vor sechs Wochen auf eigene Faust mit seinem Wohnmobil im Namen von „Catch a smile“ in Idomeni, außerdem in Flüchtlingslagern in Dunkerque und in der Nähe von Zagreb.

„Catch a smile“ hat rund 35 Mitglieder, darunter viele junge Menschen, die in ihrer Freizeit helfen wollen. Die Anreise und die Unterkunft vor Ort müssen sie selbst bezahlen. „Die Spendengelder gehen zu 100 Prozent an die Flüchtlinge“, sagt Recktenwald. Der Verein finanziert seine Aktivitäten durch Spendengelder, Unternehmen wie Emile Weber oder Sales Lentz haben der asbl Transporter zur Verfügung gstellt.

Der Rentner Recktenwald war einem Freiwilligen-Aufruf der Gruppe gefolgt. „Das war kurz vor meinem Urlaub. Ich konnte das irgendwie nicht, mich in die Sonne an den Strand legen, während anderswo Menschen leiden und Hilfe brauchen“.

Eine Woche lang war er so in Idomeni und Polykastro, einer 25 Kilometer entfernten Stadt. Er half dabei, Kleider zu sortieren und ging durchs das Lager, um zu sehen, was die Flüchtlinge brauchen. „Wenn einer zum Beispiel dringend Schuhe braucht, versuchen wir, die zu besorgen.“ Am besten sei es, sich vor Ort bei den jeweiligen Hilfsorganisationen anzumelden, danach werde man in Schichten für die Hilfe eingeteilt, erklärt Recktenwald. „Man meldet sich vor Ort und wird dann dort hingeschickt, wo gerade Hilfe nötig ist. Das läuft alles über Whatsapp, spontan und schnell.“

Er hat auch in einer Küche mitgeholfen, die von vier Briten unter dem Namen „Hot Food Idomeni“ betrieben zusammen mit Freiwilligen wird und täglich etwa 5.500 Mahlzeiten für rund 4.000 Menschen kocht. „Die machen das seit Monaten mit sehr viel Energie, das hat mich sehr beeindruckt“, sagt Recktenwald. Die Freiwilligen helfen nicht nur beim Kochen, sondern auch bei der Essensausgabe, damit sich die Menschen „nicht auf das Essen stürzen“ und keiner zwei Mal eine Mahlzeit bekommt. Allerdings seien nicht alle Flüchtlinge arm, manche würden sich vor Ort versorgen. „Dort gibt es viele Lieferwagen mit Händlern, die Sachen verkaufen wie Zigaretten. Sie stehen da und rufen Marlboro, Marlboro.“

Alle wollen nach Deutschland

In Idomeni hat der Luxemburger schlimme Zustände erlebt. „Es hat die ganze Woche geregnet, alles war voller Matsch und Schlamm. Die Leute sind in ihrem Zelt ersoffen, da war so viel Wasser drin. Dann war es noch stürmisch, so dass viele Zelte fortgeblasen wurden. Das war sehr chaotisch. Ich finde das unmenschlich, dass die Menschen so hängen gelassen werden.“ Viele seien krank, würden husten und an Atemwegserkrankungen leiden. Vor kurzem sei wieder ein Kind in einem Zelt geboren worden.

Jeden Tag würden Flüchtlinge versuchen, die mazedonische Grenze zu überwinden und sich mit Sicherheitsleuten anlegen. Syrer, die Anspruch auf Asyl haben, würden nach Athen geschickt, um sich registrieren zu lassen - viele würden das jedoch nicht machen, weil sie nach Deutschland wollten. „Mir sind zwei junge Afghanen begegnet, die gesagt haben, wir warten hier, bis die Grenzen wieder aufgehen. Ich habe ihnen gesagt, dass das nicht passieren wird, aber das wollten sie nicht hören. Sie wollen nach Deutschland, weil sie denken, dass es das Schlaraffenland wäre“, sagt Recktenwald.

www.catchasmile.org
www.hotfoodidomeni.com