ESCH/ALZETTE
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Syndikat Minett Kompost: Paradebeispiel für vorbildliche Umwelt- und Klimapolitik im Land

Schon beim Aussteigen aus dem Wagen steigt einem der Duft von frisch geschnittenem Grün auf der Anlage des Syndikats Minett Kompost in Monnerich in die Nase, aus der Anlage eines Syndikats, das Jubiläum feiert: Nach der erfolgreichen Durchführung des Pilotprojektes, initiiert durch das Umweltministeriums, zur getrennten Sammlung und Kompostierung organischer Küchen- und Gartenabfälle gründeten vor 25 Jahren 16 Südgemeinden das Syndikat Minett Kompost. Die Ziele des Syndikates waren und sind immer noch die gleichen, nämlich die Rückführung organischer Abfälle als natürliche Ressource Kompost in den Stoffkreislauf und der Schutz des Klimas durch die Produktion regenerativer Energieträger wie Biogas und Hackschnitzel. „Durchgeführte Studien belegten Ende der 80er Jahre, dass der Hausmüll in Luxemburg sich aus bis zu 40 Prozent organischen Abfällen zusammensetzte. Die Gemeinden Monnerich und Schifflingen, sowie ausgewählte Wohnviertel der Stadt Esch beteiligten sich unter Federführung der Regierung daraufhin an einem Pilotprojekt, das zum Ziel hatte, Küchen- sowie Gartenabfälle und Grünschnitt in einer Wiederverwertungsanlage mit Standort Monnerich zu kompostieren“, wusste Jeannot Fürpass, Präsident des Syndikats Minett Kompost, im Rahmen der gestrigen Feierstunde auf der Anlage zu berichten.

Start des Werks war 1997

Im Mai 1997 wurde das Kompostwerk in Betrieb genommen und in allen Mitgliedsgemeinden bei ca. 60.000 Haushalten die getrennte Sammlung mit der Biotonne eingeführt. Zur nachhaltigen Sensibilisierung schon der Kinder zum natürlichen Kreislauf der organischen Stoffe wurde 1999 auf dem Betriebsgelände der Kompostlehrpfad errichtet, mit Weinreben am Aufgang.

Aufgrund der fortlaufend steigenden Anlieferungsmengen und einer optimierten Produktion von regenerativer Energie wurden im Februar 2011 mit der Inbetriebnahme der Vergärungsanlage zusätzliche Kapazitäten geschaffen, wie die Syndikatsführung berichtet, „um damit neben wertvollem Kompost auch Biogas zu produzieren und in das Erdgasnetz einzuspeisen.“

Im September 2016 wurde der Betrieb der Anlagen in einen Eigenbetrieb des Syndikates mit eigenem Personal umgewandelt. Das Kompostwerk kann jährlich 20.000 Tonnen organische Abfälle verarbeiten, wie die Verantwortlichen betonen. Bis zur Inbetriebnahme der Vergärungsanlage wurden im Kompostwerk alle angelieferten Bio- und Grünabfälle verarbeitet. Zurzeit wird dort der holzige Baum- und Strauchschnitt durch Zerkleinerung, Siebung und Trocknung zu einem energiereichen Brennstoff aufbereitet. Die verbleibenden feineren Bestandteile werden anschließend in einem zehnwöchigen Rotteprozess in einen hochwertigen Kompost verwandelt. So werden pro Jahr ca. 5.000 Kubikmeter Kompost und 7.000 Kubikmeter Holzhackschnitzel produziert (näheres Zahlenwerk zum Betrieb siehe Infokasten).

„Win-Win-Situation für alle, für Mensch und Natur“

Nach 22 Betriebsjahren wird das Kompostwerk erneuert und verfahrenstechnisch optimiert. Durch den Einsatz von acht modernen sogenannten Rottetunneln ist dann wahlweise eine Kompostierung oder Trocknung der Hackschnitzel über die warme Abluft der Kompostierung möglich. Auf den neuen Dachflächen wird großflächig eine Solaranlage installiert, womit sich die Produktpalette des Syndikates an regenerativer Energie um grünen Strom erweitert.

Das regionale Syndikat sei damit definitiv „zu einem mit nationalem Charakter“ geworden, so Fürpass weiter, der die Kompetenz und Motivation der Belegschaft lobte. Die Redundanz der Anlagen, Optimierung der Prozesse, Verringerung der Kosten, Verdopplung der Produktion des Biogases, Reduktion der CO2-Emissionen würden eine „Win-Win-Situation für alle, für Mensch und Natur“ schaffen. Die getrennte Sammlung und Verwertung der organischen Abfälle als „größte Fraktion in unserem Restmüll“ sei einer der Hauptpfeiler der Luxemburger Abfallpolitik und „ein Sinnbild der zirkulären Wirtschaft“, wie es Umweltministerin Carole Dieschbourg in ihren Grußworten formuliert. Das Syndikat Minett Kompost sei ein Paradebeispiel für eine vorbildliche Umwelt- und Klimapolitik der Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Umweltministerium, deren Chefin dann auch für das Vierteljahrhundert gratulierte und weiterhin viel Erfolg wünschte.

Heute ist übrigens Tag der offenen Tür mit Führungen - www.minett-kompost.lu