CLAUDE KARGER

Die britische Presse erwähnt Luxemburg ja meist nur als Steuerpiraten-Hafen und Heimat dieses sonderbaren EU-Kommissionsbosses – ein zäher Bursche: „Juncker veut (déjà) revenir bosser à Bruxelles“, titelt das Online-„Essentiel“ ehrfürchtig, hat der Mann doch gerade eine Gallenblasen-OP hinter sich. Doch nun hat der „Express“ herausgefunden, dass das Ländchen sich ordentlich positioniert, um groß Kasse mit Asteroiden zu machen. „Asteroid Gold-Rush begins – Luxembourg in bid to become „Silicon valley of space mining““, ist auf der Webseite der Mediengruppe zu lesen, neben einer ganzen Reihe von Weltuntergangsstories – soll uns doch 2029 das Himmelsgebirge „God of Chaos“ reinknallen... Könnte aber auch sein, dass die Luxemburger sich zuvor noch einen Weltraumklunker wie 16 Psyche gekrallt haben, ein Felsen mit Metallen im Wert von 700.000.000.000.000.
000.000 Dollar. Das würde grob geschätzt knapp reichen, um die Tram durch jede Gemeinde fahren zu lassen und dazu noch alle Autobahnen zu verbreitern. Wer sehnt sich nicht danach? A propos Sehnsucht: Das „Wort“ hat sich ihr in seiner tollen Gefühlswelten-Serie gewidmet. Und herausgefunden: „Franzosen kennen keine Sehnsucht“. Und in der Tat gibt es in der Sprache Voltaires kein Dingwort „das genau dieses innige und schmerzliche Verlangen zusammen bringt“. „Merde alors!“