CLAUDE KARGER

Der Ko-Lotse im Nachhaltigkeitsministerium hat dem „Wort“ gegenüber aus dem Nähkästchen geplaudert. „Er habe bei Amtsantritt zwar ein ausgeprägtes Silodenken vorgefunden; mit klaren Vorstellungen könne man dennoch sehr rasch sehr viel bewegen, lobt Gira die Motivation der Mitarbeiter“, so der Polit-Redaktör. Ja, wenn die Kollegen so schnell zu mobilisieren sind, wer zum Teufel hat die armen Leute denn über Jahre in Silos eingesperrt? Nun, die Grünen wollen jedenfalls kräftig in die Pedale treten. Camille Gira fühlt sich längst „wie ein Fisch im Wasser“. Ob der frisch gebackene EU-Kommissionchef sich auch schon so fühlt? Auf jeden Fall sind noch viele Stromschnellen in Sicht. „Auch Juncker sollte die Rechnung nicht ohne das Europäische Parlament machen. Seine eigene Glaubwürdigkeit und die seiner Kommissare wird vor den Abgeordneten einer harten Probe ausgesetzt“, bloggt schon mal des Ex-Premiers Ex-Ministerin und Ex-Parteichefin. Nicht ohne ihm vorzuwerfen, keine „klare Linie“ bei der Kommissarpostenvergabe gefahren zu sein, weil er dem französischen Sozi Moscovici das Wirtschaftsressort überließ. Ein Deal mit Martin Schulz? Der Franzose könne sich im EP verplappern „und Juncker selbst könnte mit widersprüchlichen Aussagen „Lügen“ gestraft werden“, meint Frau Hennicot-Schoepges. Na wer wird denn gleich Schlimmes denken?