Noch sind die Reserven der Pflegeversicherung dank der fetten Jahre bis 2010 gut gefüllt: Am Mittwoch hat das Direktionskomitee der CNS die Jahresbilanz 2014 der Pflegeversicherung gebilligt und kann sich noch über insgesamt 126,4 Millionen Euro freuen. Das macht 21,9 Prozent der laufenden Ausgaben aus. Zieht man die 57 Millionen Euro ab, die als „Fonds de roulement“ in Höhe von 10 Prozent der Jahresausgaben gesetzlich festgelegt sind, so verbleibt ein Polster von 68,7 Millionen Euro.
Da die Tarife ja bekanntlich eingefroren waren, konnte 2014 ein leichter Überschuss erzielt werden, heißt es im CNS-Bericht: Den Einnahmen in Höhe von 634,2 Millionen Euro standen Ausgaben gegenüber, die schlussendlich ein kleines Plus von 2,3 Millionen zuließen. 2,6 Millionen waren es im Jahr 2013.
Leichtes Minus von 400.000 Euro
Da 2,7 Millionen Euro dem „Fonds de roulement“ zugeführt werden mussten, bleibt unter dem Strich ein leichtes Defizit von 400.000 Euro. Die Tendenz bestätigt sich also: Die Reserven sanken kontinuierlich seit 2010 von 106,7 Millionen auf 68,7 Millionen im vergangenen Jahr. Das Gleichgewicht bleibt fragil und erfordert weiterhin eine vorsichtige Budgetpolitik sowie Reformen, ist denn auch die Schlussfolgerung der CNS.
Auf der Einnahmenseite wurden 344,2 Millionen durch die Sozialbeiträge in die Kasse gespült, während der Staat 233,6 Millionen beitrug. Die Ausgaben beliefen sich im vergangenen Jahr auf insgesamt 634.656.538 Euro - das entspricht 5,9 Prozent mehr als im vergangenen Jahr.
Betrachtet man sie sich im Detail, so stiegen die Verwaltungskosten um fünf Prozent, die Geldleistungen sanken um 3,1 Prozent und der finanzielle Aufwand bei den Pflegeleistungen ging nur um 0,5 Prozent in die Höhe.
Die Ausgaben stiegen um 5,9 Prozent
Dabei fällt auf, dass vor allem die Ausgaben für die häusliche Pflege um 7,9 Prozent sanken, während für Pflegeleistungen im stationären Bereich 6,5 Prozent mehr Geld ausgegeben wurde. Bei den „Etablissements à séjour continu“ waren es sogar 8,8 Prozent.
Um 62,4 Prozent stiegen die so genannten Provisionen auf 89,4 Millionen Euro an. Dabei handelt es sich um Rücklagen in Höhe von 8,4 Millionen Euro für Rechnungen, die noch aus dem Ausland ausstehen. Zudem sei man Ende 2014 bei der Verrechnung von Pflegeleistungen in Verspätung geraten: 75,8 Millionen Euro wurden deswegen provisorisch zur Seite gelegt, schreibt die CNS in ihrem Bericht.


